Guido Tonelli

Chronos

Eine physikalische Reise zu den Ursprüngen der Zeit
Cover: Chronos
C.H. Beck Verlag, München 2022
ISBN 9783406791840
Gebunden, 255 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Enrico Heinemann. Chronos, die personifizierte Zeit, ist ein Rätsel, nicht nur für Physiker. Von Newton bis Hamlet, von Einstein bis Dalí ist sie der Protagonist so faszinierender wie schwindelerregender Spekulationen. Können wir das unaufhaltsame Voranschreiten der Zeit jemals zum Stillstand bringen? Lässt sich der Zeitpfeil umdrehen? Hat die Zeit tatsächlich eine eigene Existenz oder ist sie nur eine riesige Illusion? Der Physiker und Schriftsteller Guido Tonelli erzählt in einem spektakulären Buch die lange Geschichte der Zeit, ihre rasende Geburt und bizarre Entwicklung. Die Zeit ist ein hervorragendes Instrument, um in unserer Umwelt zu überleben, aber sie macht uns einen Strich durch die Rechnung, sobald wir versuchen zu verstehen, wie die Welt außerhalb unseres kleinen Planeten funktioniert. Dort weicht der regelmäßige Rhythmus unserer Zeit Turbulenzen, chaotischen Phänomenen und ungeheuren Katastrophen. Wir stoßen auf Sonnensysteme, die durch Supernova-Explosionen zerfallen sind, und auf Galaxien, die von aktiven galaktischen Kernen verwüstet wurden. Diese fernen Welten sind eine Herausforderung für unsere Vorstellungskraft, ebenso wie die Elementarteilchen mit ihren flüchtigen Existenzen und ewigen Leben. Wenn die Entfernungen so groß sind oder wir das unendlich Kleine betrachten, verliert das Konzept der Chronologie jede Konsistenz. Tonellis Reise zu den Anfängen und Grenzen der Zeit zwingt uns, alle Gewissheiten aufzugeben und nicht nur auf die Vernunft, sondern ebenso auf die Phantasie zu hören.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 07.10.2022

Rezensent Gerrit Stratmann verschwendet keine Zeit mit der Lektüre von Guido Tonellis bereicherndem Essay über das Wesen der Zeit, auch wenn Tonelli keine endgültigen Antworten auf die Frage liefert, was genau Zeit denn nun eigentlich ist. Stattdessen zeigt er seinen Leserinnen und Lesern verschiedene Wege, auf denen man sich dem Phänomen nähern kann. Als Teilchenphysiker widmet sich Tonelli sowohl den allerkleinsten Einheiten, die wir kennen, in denen Zeit keine Rolle zu spielen scheint, als auch den größten, mächtigsten Objekten im Kosmos, den schwarzen Löchern, deren starke Anziehungskraft sich selbst die Zeit beugen muss. Darüber hinaus interessiert er sich aber auch dafür, wie Zeit gemessen oder wie sie in Kunst, Literatur und Musik verhandelt wird. So entsteht ein sehr "facettenreiches", "spielerisches" wie spannendes Buch, das zum Weiterdenken anregt, so der Rezensent.

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