Deutsch-Schwedisch. Ausgewählt, übertragen und mit einem Nachwort von Klaus-Jürgen Liedtke.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 12.05.2005
Peter Hamm preist diese Werkausgabe des Schriftstellers Gunnar Ekelöf als "kühnes verlegerisches Unternehmen" und meint, erst diese seit 1991 erscheinende zweisprachige Ausgabe werde der großen literarischen "Bedeutung" Ekelöfs gerecht. Den Übersetzer Klaus-Jürgen Liedtke würdigt er für sein "fast zwanzigjähriges" Bemühen um den schwedischen Autor und er findet, dass ihm ein "Übersetzerpreis" für seine "so genauen wie sensiblen" Übertragungen gebührt. Allenfalls die eher "knappen" Kommentare und Anmerkungen könnten einen an dieser Ausgabe stören, meint Hamm, weshalb er den vierten Band mit Essays, Briefen und Skizzen hervorhebt. Der stellt so etwas wie einen "Ekelöf-Reader" dar und dort findet sich Poetologisches und Autobiografisches, das zudem bisher nur schwer zugänglich war, so der Rezensent erfreut, der insbesondere die Briefe an Nelly Sachs als "Kostbarkeit" lobt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.09.2004
Zum Abschluss seiner Werkausgabe im Münsteraner Kleinheinrich Verlag -solche verlegerischen Großtaten kleiner Verlage kann man nicht genug loben - huldigt Sibylle Cramer dem schwedischen Dichter Gunnar Ekelöf mit einem großen Artikel, der mehr allgemeine Einführung in Leben und Werk des 1968 verstorbenen Dichters bietet, als dass er auf die beiden jüngst erschienenen Gedichtbände in gesonderter Weise einginge. Ekelöfs Werk ist äußerst disparat, erläutert Cramer: er begann mit frühromantischen Gedichten, experimentierte mit den Surrealisten, ließ sich von Kurt Schwitters Lautpoesie inspirieren, bediente sich beim Symbolismus und verschrieb sich zum Schluss der Verbindung von spätantikem Mythos und orientalischer Mystik. Träume, Visionen, Pantheismus, Mystik und Metaphysik, das alles sind Themen, die für Ekelöf durchgängig wichtig waren, schreibt Cramer, immer sei er auf der "Suche nach unausgeschöpften Möglichkeiten des subjektiv eingeschränkten menschlichen Wahrnehmens und Erkennens" gewesen, da war die Dichtung das geeignete Medium und Experimentierwerkzeug zur Transzendierung des gültigen Wirklichkeitsbegriffs. Deutsche Leser kannten Ekelöf bislang nur durch die Übersetzungen von Nelly Sachs, der Kleinheinrich Verlag hat nun in seiner Werkausgabe eine Neuübersetzung gewagt - einen Vergleich nimmt Cramer nicht vor.
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