Aus dem Norwegischen von Sabine Gisin. "Auf und Maud sitzen auf der Rückbank, als der Betriebschef die Kontrolle verliert, als die Familie aus dem Alltag und von der Fahrbahn gerissen wird und eine unter ihnen, Ruth Bore, von einer Sekunde auf die nächste fertig ist mit allem, was sie ausgemacht hat. Der Fels tat nichts dafür oder zuwider, der Fels stand, wo er stand, und stoppte das schnelle Fleisch, das umherirrende Fleisch, stoppte die Reise des kühlen Fleischs, und von allem, was Ruth gewesen war, blieb fast nur das Gesicht intakt, eine Scheibe, zitternd auf einer beweglichen Schicht aus Fleischfladen und Splitter, mit halboffenem Mund, als hätte sie sich etwas allzu Unbekanntem und Plötzlichem vorstellen wollen. "
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.11.2019
Pieke Biermann wird ganz schön mulmig zumute mit Gunstein Bakkes Roman. Wie der Autor in kurzen kaleidoskopischen Szenen des Menschen Beziehung zum Auto verfolgt, wie das Auto letztlich alles durchdringt und besetzt, bestimmt und zerstört, findet sie poetisch kraftvoll, gnadenlos und plausibel. Das Auto als "Kernmatrix" des Daseins, das alles "infrastrukturiert", wird im Buch für Biermann sinnlich erfahrbar, ebenso unsere von Abhängigkeit und Irrationalität geprägte Beziehung zu ihm. Und dann ist da noch die Geschichte der Zwillinge Maud und Aud, die lebendig, aber gezeichnet aus einem Autowrack steigen.
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