Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Ein Mann hat Angst, dass seine Ehefrau ihn betrügt - doch reichen die Indizien? Wie berechtigt die Verdächtigungen tatsächlich sind - das bleibt der Phantasie des Lesers überlassen. Niels Fredrik Dahl zeigt in seinem neuen Roman die Mechanismen einer zerstörerischen Eifersucht auf und wie weit sie einen Menschen treiben kann. Was bedeutet es, wenn die Ehefrau plötzlich alleine Spaziergänge mit dem Hund unternimmt, wenn der Ehemann sie dabei nicht begleiten darf, wenn sie am Telefon lange Gespräche führt - angeblich mit ihrer Tochter -, wenn sie ein Fahrrad kauft, obwohl sie seit früher Kindheit nicht mehr Fahrrad gefahren ist, und abends sehr spät nach Hause kommt?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2007
Mit schwerem Herzen, offenbart Rezensent Andreas Breitenstein seine Ergriffenheit, habe er das Buch zugeklappt. Niels Frederik Dahl erzähle die Geschichte einer gescheiterten späten Liebe auf eine so poetische und "schwebende" Weise, dass man als Leser im Ungewissen bleibe, sind die Erinnerungen des Ich-Erzählers an die Geliebte und an den Ort der Liebe real oder eingebildet, ist seine Perspektive auf die Vergangenheit realistisch oder verfälscht. Als eine "kunstvoll angelegte poetische Gleichung" beschreibt der Rezensent die rückblickende Spurensuche des Erzählers nach Indizien der Untreue der Geliebten, wobei es für die Kraft des Romans entscheidend sei, dass die Gleichung "haarscharf" nicht aufgehe. Dem Erzähler gehe es neben der Wahrheit auch um eine "Sprache der Liebe", wobei er "erregend" deutlich die körperliche Liebe beschreibe. Zuletzt bleibe dem Leser mit Erzähler eine radikale "Lektion der Leere". Großes Lob erfährt auch die Übertragung des Romans ins Deutsche durch Hinrich Schmidt-Henkel.
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