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Ha Jin

Der ausgewanderte Autor

Über die Suche nach der eigenen Sprache
Cover: Der ausgewanderte Autor
Arche Verlag, Hamburg 2014
ISBN 9783716027080
Broschiert, 128 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Susanne Hornfeck. Aravind Adiga, Mohsin Hamid und Taiye Selasi stehen weltweit auf den Bestsellerlisten und zeugen von einem Bedürfnis nach Geschichten über das Leben zwischen den Kulturen. Oder Namen wie Salman Rushdie, Milan Kundera, Alexander Solschenyzin, Joseph Conrad und Wladimir Nabokov sie alle verbindet eine Existenz und ein Schreiben an fremdem Ort, mal als Zwischenstopp, mal für immer, mal von Geburt an. Für den aus China stammenden, heute in den USA lebenden Autor Ha Jin sind ihre Werke eine "mentale Bibliothek", die er mit seinem eigenen Schaffen in einen faszinierenden Dialog setzt und dabei wichtige Fragen stellt: Wie verändert sich die Rolle des Autors, wenn er sein Land von außen betrachtet? Wie prägt Sprache den Menschen, kann er ihr trauen? Wie findet ein Autor seine eigene, universelle Sprache und damit Leser, die ihn verstehen?

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 19.07.2014

Tapfer nennt Marko Martin den Autor. Dass Ha Jin Heimat in diesem Essay ganz unsentimental eher über Ankommen definiert, als über Heimkehr leuchtet Martin ein. Zumal ihm der Autor in einer ausgefeilten Exegese darlegt, dass schon Exilanten wie Nabokov oder Conrad eher auf intellektuelle Selbstermächtigung bauten, denn auf eine rückwärtsgewandte Orientierung. Wie schreibt ein Autor im Exil? Das Thema scheint Martin in Zeiten anschwellender Migrationsströme von dringlicher existenzieller Bedeutung. Wenn es allerdings gelingt, so wie Ha Jin knapp und präzise über die geistige Entfremdung zu schreiben, ist für den Rezensenten alles gut.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.05.2014

Mit Interesse hat Lothar Müller diesen Essayband des Autors Ha Jin gelesen, der 1985 von China in die USA ging, um dort zu promovieren, aber nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 nicht mehr zurückkehrte. Einige Gemeinplätze hat er schon in diesen Schriften über die Migration eines Autors gefunden, muss der Rezensent einräumen, aber dafür entschädigte ihn die Genauigkeit, mit der Ha Jin die Texte anderer ausgewanderter Autoren liest, wobei ihm Joseph Conrad und Vladimir Nabokov als Leitfiguren dienen, die weniger versuchten, die Kultur ihres Herkunftsland zu erklären und ihre somit verhaftet zu bleiben, als vielmehr in der neuen Kultur anzukommen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2014

Mit Ha Jins nun auf Deutsch erschienenem Buch "Der ausgewanderte Autor" hat Rezensentin Marica Bodrozic einen ganz vorzüglichen Essayband gelesen, der ihr tiefe Einblicke in ein Leben im Exil gewährt. Anhand der virtuosen persönlichen Betrachtungen erfährt die Kritikerin wie der in China geborene und nun mehr seit dreißig Jahren in den Vereinigten Staaten lebende Autor fortdauernd an seiner inneren Ankunft in dem fremden Land arbeitet, als Wanderer zwischen den Welten, aber auch auf der steten Suche nach Heimat. Ha Jin, den Bodrozic als einen der wichtigsten amerikanischen Gegenwartsautoren schätzt, muss den Vergleich mit Vladimir Nabokov, Joseph Conrad und V. S. Naipaul nicht scheuen, meint die Rezensentin, die hier mit großer Faszination beobachtet, wie Jin den Verlust der alten Sprache literarisch verarbeitet, indem er sich der neuen auf ganz eigene, mutige Art und Weise bemächtigt. Ein wahrhaftiges "geistiges Juwel", urteilt die Kritikerin.
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