Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2002
Hajrija Hrustanovics autobiografische Aufzeichnungen "Nichts ist vergangen" haben den Jdl. zeichnenden Rezensenten sehr beeindruckt. War der Balkan in den letzten Jahren vor allem politischer Schauplatz einer Literatur der Kriegsanklage oder der nationalen Selbstvergewisserung war, erscheint er für den Rezensenten hier als privater Ort, in dem der Krieg nur am Rande vorkommt. Im Mittelpunkt steht laut Rezensent die skizzenhafte Beschreibung eines Lebens, "in dem die Kränkung am Ende zur Krankheit führt". Hrustanovic erzähle ihr Leben im Tonfall distanzierter Beteiligung, lapidar würden Szenen der Erinnerung niedergeschrieben, die sich zu einer Chronologie reihten, die nicht von zeitlicher Abfolge, sondern von privater Dringlichkeit bestimmt werde, erklärt der Rezensent: "Hrustanovics plastische Bilder wechseln vom Erwachsenenalter in die bosnische Kindheit und wieder zurück in die Gegenwart". Ihre "stille Wut", so das Resümee des Rezensenten, sei zur "großen literarischen Rechtfertigung" geworden.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…