Herausgegeben von Gary Smith. Hannah Arendts Bericht vom Eichmann-Prozeß löste 1963 ebenso heftigen Widerspruch aus wie Daniel Goldhagens Buch "Hitlers willige Vollstrecker". Die hier versammelten Beiträge zeigen u. a., worin die Virulenz dieser Kontroverse auf seiten der Angehörigen der Opfer bis heute liegt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2000
Ob die sechs versammelten Beiträge einen Schlusspunkt zu setzen vermögen hinter die durch Hannah Arendts bereits 1963 erschienenes "Eichmann-Buch" ausgelöste Debatte über die Verantwortung des Einzelnen während der NS-Diktatur, erfahren wir in dieser knappen Besprechung des Suhrkamp-Bandes nicht. Aber dass und ein wenig auch wie die Aufsätze die "Anatomie" dieser Kontroverse nachzeichnen, lässt uns der Rezensent mit dem Kürzel "upj" immerhin wissen: Wahlweise als Datenanalyse von Arendts "Exkommunizierung", als Konstellation "Arendt und Eichmann am Esstisch" oder als Reflexion über das "Recht zu urteilen..."
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