Vier Menschen in vier Ländern: Ada aus Berlin hat mit ihrer Freundin Judith einen Dokumentarfilm über das Leben im Gazastreifen gedreht. Judith aber stirbt kurz nach Fertigstellung des Films. Die junge japanische Pianistin Makiko ist nach Paris gezogen und gibt in ganz Europa Konzerte. Als sie erfährt, dass sie ein Kind erwartet, ist sie schockiert. Jason arbeitet für eine amerikanische Investmentfirma. In Tokio soll er den Kauf eines japanischen Traditionsunternehmens organisieren. Der Zoologe Luiz, der in Brasilien aufwuchs, lebt mit seiner jüdischen Frau und den zwei gemeinsamen Kindern in Tel Aviv, will aber weg aus Israel, weil er den politischen Wahnsinn im Land nicht mehr erträgt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.08.2013
Judith von Sternburg bleibt in ihrer Besprechung dieses Debütromans von Hannah Dübgen sehr freundlich, ist aber alles andere als überzeugt von diesem gesamtglobalen Gebilde. In schnell wechselnden Perspektiven erzählt Dübgen von einem amerikanischen Banker in Tokio, einer japanischen Pianistin in Paris, einer deutschen Filmemacherin im Gazastreifen und einem brasilianischen Zoologen in Jerusalem, die sich alle (zusammen mit Barack Obama) auf das Finale im März in Jerusalem zubewegen. Die Figuren haben zwar alle Problem, aber kein Geheimnis, meint Sternburg und hätte so viel Unkompliziertheit vielleicht erfrischend gefunden, wenn nicht auch die Geschichte besonders alltäglich und schlicht erzählt wären und so bewusst positiv endeten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.08.2013
Dass die Autorin bei einem derart rasanten und zeitgemäßen, mit dem gegenwärtigen Problem brüchiger Bindungen in Beruf und Privatleben umgehenden Debüt nicht mit dem Zeitgeist kuschelt, sondern pathosfrei und überpersönlich schreibt, hält Rezensent Christoph Schröder für höchst bemerkenswert. Wie im Buch vier sehr unterschiedliche Biografie entwickelt, aufeinander zu und dann wieder voneinander weg gesteuert werden, zeugt laut Schröder von erstaunlicher technischer und sprachlicher Sicherheit bei der Autorin und von ihrer Fähigkeit, ein komplexes Beziehungsgeflecht auf gerade mal 300 Seiten schlüssig zu entwickeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2013
Ganz und gar nicht elektrisiert berichtet Wiebke Porombka von ihrer Lektüre von Hannah Dübgens Debütroman "Strom". Über die bloße Behauptung der existenziellen Lebensphasen ihrer Protagonisten in vier laut Rezensentin ohne erkennbaren Grund aneinandergereihten Geschichten kommt die Autorin laut Porombka nicht hinaus. In den Roman eingeflossenes Wissen, über Musik, über Israel, wird von Dübgen zwar "schön verpackt", erscheint der Rezensentin jedoch eher als beflissen dahindozierte Pflichtübung. Ein verspanntes Buch, kein spannendes, meint die Rezensentin.
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