Aus dem Englischen von Marlene Fleißig. Viele junge Menschen weltweit haben das Gefühl, dass sie um ihr Leben und ihre Zukunft kämpfen müssen: Wenn sie keine Hitzewelle erwischt, dann eben eine Dürre. Oder der Anstieg des Meeresspiegels, eine Hungersnot oder ein übermächtiger Hurrikan. Hannah Ritchie ist selbst jung und kennt dieses Gefühl. Doch sie argumentiert: Wir werden nicht zur letzten Generation gehören, sondern zur ersten. Zur ersten Generation, die die Umwelt in einem viel besseren Zustand übergeben wird, als sie sie vorgefunden hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2024
Rezensent Lukas Fuhr möchte sich nicht länger lähmen lassen von all den Sorgen um den Planeten Erde. Hilfreich findet er das Buch von Hannah Ritchie über Klima, Luft- und Meeresverschmutzung und andere Unmweltprobleme, weil die Autorin die Fakten kennt und dennoch nicht zu den Weltuntergangsprophetinnen gehört. Ritchie sagt, welche Sorgen berechtigt sind, welche nicht. Sie erklärt, dass der Wohlstand steigt, die Verbrennung von fossilen Energien aber nicht mehr. Für Fuhr eine befreiende Erfahrung, die Platz macht für die wirklich wichtigen Sorgen.
Rezensentin Anne-Kathrin Weber spitzt die Ohren, wenn die Klimadatenwissenschaftlerin Hannah Ritchie in Sachen Klima- und Umweltschutz weniger Dogmatismus fordert, dafür mehr Großzügigkeit. Ritchies Thesen, wie etwa die von der Nutzlosigkeit von "Bio", erscheinen Weber "kontrovers", aber bedenkenswert, da sie in der Lage sind, uns die Angst vor der Zukunft zu nehmen. Dass sich die meisten "Probleme von Planet und Mensch verbessern", wie es im Buch heißt, klingt für Weber zwar zynisch, doch könnten solche Aussagen uns "Luft zum Atmen" verschaffen und zu letztlich effektiveren Maßnahmen beim Klimaschutz verhelfen, ahnt sie.
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