Zwei Erwachsene, vier Kinder, ein Museum mit klassischen Gemälden: Was als gewöhnlicher Ausflug beginnt, wird von einem Anschlag im Foyer des Gebäudes durchbrochen. Gemeinsam mit den Museumsbediensteten versuchen die Erwachsenen Normalität vorzutäuschen, doch mit ihren vorwitzigen Fragen zu den Heiligen und Helden, Märtyrern und Ungeheuern auf den Gemälden machen ihnen die Kinder dieses Vorhaben nicht gerade leicht.
Hanno Millesi unternimmt in seinem Roman einen Streifzug durch die christlich-europäische Kulturgeschichte und spiegelt darin die Gegenwärtigkeit terroristischer Anschläge und medialer Hysterie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2018
Für Rezensentin Meike Feßmann gelingt Hanno Millesi mit seinem Roman nicht weniger als ein Höhlengleichnis des Medienzeitalters. Wie der Autor hier eine fein konstruierte Kunstwelt entwirft, indem er eine Familie in der Gemäldesammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien ein "Ernstfall-Szenario" durchleben lässt, scheint ihr so spielerisch wie meisterlich. Vor allem die Verknüpfung von Erwachsenen- und Kinderperspektiven auf Gemälde und Leben haben Feßmann beeindruckt. Die Belebung bekannter Kunstwerke wie Pieter Bruegels d. Ä. "Turmbau zu Babel" und darüber die Verhandlung grundlegender Fragen des Menschseins gelingt dem Autor zudem angenehm unpädagogisch und anmutig, findet die Rezensentin.
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