Hans-Dieter Gelfert

Charles Dickens - Der Unnachahmliche

Eine Biografie
Cover: Charles Dickens - Der Unnachahmliche
C.H. Beck Verlag, München 2011
ISBN 9783406622175
Gebunden, 375 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Charles Dickens, neben Shakespeare der bekannteste britische Autor der Weltliteratur, gilt in Deutschland als ein humoristischer Volksschriftsteller mit sozialkritischem Touch, während er in der englischsprachigen Welt in einem Atemzug mit Joyce und Kafka genannt wird. Es ist an der Zeit, seine wahre Bedeutung auch hierzulande neu zu entdecken. "Der Unnachahmliche" wurde Charles Dickens von seinen Freunden genannt, und er übernahm den Beinamen selbstironisch, doch voller Stolz. Hans-Dieter Gelfert widmet sich in anschaulichen Kapiteln Dickens Leben und entwirft ein weites Panorama der Zeit, in der er wirkte. Im Wechsel mit biografischen Abschnitten werden in eigenen Kapiteln alle wichtigen Werke vorgestellt und interpretiert.
Gelfert zeigt, wie Dickens seine traumatische Kindheitserfahrung als zwölfjähriger Hilfsarbeiter ohne jede Hoffung dichterisch so verarbeitete, dass daraus Romane hervorgingen, in denen sich Menschen gegen eine übermächtige Fremdbestimmung behaupten müssen. Politik und Gesellschaft erscheinen dabei als eine labyrinthische Sphäre totaler Entfremdung. Dieses Gefühl der Entfremdung ist seither immer mehr zum Lebensgefühl der Moderne geworden, und es führt Dickens aus der Welt des 19. Jahrhunderts an unsere Gegenwart heran.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.02.2012

Zum bevorstehenden zweihundertsten Geburtstag von Charles Dickens kann Ursula März auch diese Biografie des Anglisten Hans-Dieter Gelfert empfehlen. Nach dem dafürhalten der Rezensent erhebt sie nicht den Anspruch, die Dickens-Forschung neu zu erfinden, sondern möchte einfach Leben und Werk so darstellen, dass Leser und Spezialisten gleichermaßen etwas davon haben. Biografisches und Philologisches sieht die Rezensentin denn auch tatsächlich zu ihrem Recht kommen. Besonders gut gefällt ihr, dass Gelfert  wie "platonisch" Dickens' Liebe zu einer 25 Jahre jüngeren Frau war, für die er seine Frau verlassen hat, sondern stattdessen über das "Ideal kindlicher Unschuld" nachdenkt. Das hätte wohl auch Victoria gefallen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2011

Zum im nächsten Jahr anstehenden 200. Geburtstag von Charles Dickens hat der emeritierte Anglistikprofessor Hans-Dieter Gelfert eine Biografie des viktorianischen Schriftstellers vorgelegt, freut sich Rezensent Elmar Schenkel. Gelfert zeichnet den Erfolgsautor Dickens als energiegeladenen Vielschreiber, der von seiner traumatischen Kindheit und der Sehnsucht nach Liebe angetrieben wurde. Als "Familienmensch", Kritiker des Utilitarismus und Vorreiter der Moderne tritt uns der Schriftsteller hier entgegen, stellt der Rezensent fest, der nur die strikte Trennung der Biografie in Leben und Werk mitunter allzu didaktisch und akademisch findet. Davon abgesehen aber rechnet Schenkel es dem Autor als großes Verdienst an, Dickens in all seinen Facetten gezeichnet zu haben und nicht nur als sentimentalen "Volksschriftsteller", als der er hierzulande gern gesehen wird.
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