Aus dem australischen Englisch von Peter Knecht. Mitte des 19. Jahrhunderts. Zwei Schauplätze: London, die größte Stadt der Erde und Tasmanien, eine Insel am Rand der Welt. Das Aborigine-Mädchen Mathinna ist sieben Jahre alt, als sie unfreiwillig in das Haus des Gouverneurs von Tasmanien und berühmten Polarforschers Sir John Franklin und seiner Frau Lady Jane kommt. Bald jedoch ist Lady Jane Mathinnas überdrüssig, das Mädchen fügt sich nicht. Als Sir John von seinem Posten abberufen wird, kommt Mathinna in ein berüchtigtes Waisenhaus und wird sich selbst überlassen. Jahre später ist Lady Jane wieder in London, Sir John inzwischen auf der Suche nach der Nordwest-Passage im Eis verschollen. Lady Jane wendet sich um Hilfe an Charles Dickens, den berühmtesten Engländer seiner Zeit. Ungeheuerliche Gerüchte sind im Umlauf, die Sir John und seiner Mannschaft Kannibalismus im Überlebenskampf vorwerfen. Undenkbar für den menschlichen Gipfel der Zivilisation. Charles Dickens soll seinen Einfluss geltend machen und den Gerüchten entgegentreten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2010
Voller Begeisterung preist Jürgen Brocan diesen fünften Roman von Richard Flanagan. Der australische Autor verknüpfe darin brillant historische Fakten und Fiktion und überzeuge mit großartigen Porträts, schwärmt der Rezensent, den gerade die Mischung aus "Emotionalität" und nüchtern dokumentierender Sachlichkeit, die dieses Buch auszeichnet, beeindruckt. Flanagan erzählt in zwei Parallelgeschichten zum einen vom Aborigines-Waisenkind Mathinna, die von John Franklin, dem Gouverneur Tasmaniens und späteren Polarforscher, adoptiert wird, und zum anderen von Charles Dickens, der Frau und Kinder wegen einer jüngeren Geliebten verlassen will, fasst der Rezensent zusammen. Die Klammer der beiden Geschichten sieht er im "Begehren", das sowohl den Schriftsteller wie den Polarforscher, der sich seiner Adoptivtochter sexuell nähert und sie damit zerstört, umtreibt. Damit gelingen Flanagan in den Augen des begeisterten Brocan Figuren, die als "Spiegel" einer durch "Bigotterie, Dünkel und kulturelle Überheblichkeit" geprägten Zeit gelten könne.
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