Hans Günter Hockerts, Winfried Süß

Soziale Ungleichheit im Sozialstaat

Die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien im Vergleich
Cover: Soziale Ungleichheit im Sozialstaat
Oldenbourg Verlag, München 2010
ISBN 9783486591767
Gebunden, 139 Seiten, 16,80 EUR

Klappentext

Soziale Ungleichheit fordert moderne Gesellschaften permanent heraus. Der Sozialstaat kann Ungleichheiten abbauen, aber auch verstetigen und sogar selbst erzeugen. Der vorliegende Band untersucht am Beispiel Deutschlands und Großbritanniens, wie diese Herausforderung in zwei unterschiedlich geprägten Sozialstaaten reflektiert und politisch aufgegriffen wurde. Die Beiträge von Historikern und Sozialwissenschaftlern richten den Blick auf die Problemfelder Armut, Bildungschancen und Geschlechterdifferenzen. Sie fragen nach dem Verhältnis von Staat und Markt in der Alterssicherung sowie nach Konzepten von Gerechtigkeit. Aktuelle Kontroversen über die Zukunft der sozialen Sicherung und Debatten über alte und neue Ungleichheitsmuster erhalten damit die notwendige historische Tiefenschärfe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2010

An eine Europäisierung des Wohlfahrtsstaates glaubt Frank Decker nach dieser Lektüre erst recht nicht mehr. Der von Hans Günter Hockerts und Winfried Süß herausgegebene Band mit Beiträgen verschiedener Historiker macht das für Decker anhand eines Vergleichs deutscher und britischer Sozialpolitik deutlich. Ausgehend von der Zunahme sozialer Ungleichheit in den OECD-Ländern bieten ihm die enthaltenen Beiträge auf hohem fachlichen- und reflexiven Niveau, wie er erklärt, einen vergleichenden Blick auf die klassischen Bereiche sozialer Sicherung sowie auf Fragen der Bildung und der Geschlechtergleichheit. Deutlich werden für den Rezensenten auf die Art nicht nur die Unterschiede der beiden Sozialstaatsmodelle (Bedürftigkeitsprinzip dort, lohnbezogene Beiträge und Leistungen hier), sondern auch die Schwierigkeit einer Annäherung.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.04.2010

Nach dieser Lektüre wundert es den Rezensenten nicht mehr, dass Hartz IV als Auslaufmodell gehandelt wird. Die von den Autoren des Bandes herausgearbeiteten Unterschiede zweier Sozialstaatsmodelle (des britischen und des deutschen) verdeutlichen Hermann Theissen verschiedene Vorstellungen von Gerechtigkeit und Solidarität, die nationalstaatliche Ausgestaltung von Sozialpolitik. Besonders diejenigen Aufsätze der sechs hier versammelten stellen ihm das klar vor Augen, die sich mit der Alterssicherung befassen. Hier, so Theissen, zeigten die Texte zum Beispiel, dass das Risiko von Altersarmut in Großbritannien schon immer höher war als bei uns.

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