Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.10.2002
"Solide Arbeit" haben, lobt Burkhard Müller, Hans-Harald Müller und Tom Kindt mit ihrer Monografie über die Lyrik des jungen Berthold Brecht geleistet. Besonders gelungen findet der Rezensent, dass die Autoren mit ihrer Gliederung der Themen in die Felder Gott, Liebe, Natur und Brecht "das alte Handwerk der Gedichtinterpretation" würdigen. Doch ist Müller mit mancher philologischer Deutung der Gedichte überhaupt nicht einverstanden und kann sich eine "Fundamentalkritik" an der Germanistik nicht verkneifen. Es sei schon ein Problem, grübelt der Rezensent, dass sich die Philologie mit dem gleichen "Material" auseinandersetze wie ihr Forschungsgegenstand, die Lyrik. Da ließe es sich wohl leider nicht vermeiden, seufzt Müller, dass die eine, so man die andere würdigt, zwangsläufig erblassen müsse.
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