Herausgegeben von Günter Rinke. Nachwort von Günter Rinke und Hans-Harald Müller. Seine Erinnerungen nannte der jüdische Schriftsteller Paul Elbogen bescheiden "Fleckerlteppich", kunstvoll zusammengefügt aus den einprägsamsten Episoden seines abenteuerlichen Lebens. Sie beginnen mit einem Schauflug des Flugpioniers Bleriot, den er als staunendes Kind, zehn Meter von der Loge Kaiser Franz Josephs I. entfernt, miterlebte, und enden nicht zufällig mit der Ankunft des Exilanten im sicheren Hafen New Yorks im Jahr 1941, wo die Freiheitsstatue den Arm hob - "es war kein Hitlergruß".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2002
Die "anekdotischen Aufzeichnungen" des 1894 in Wien geborenen Publizisten Paul Elbogen, der in den zwanziger Jahren in Berlin zu einem erfolgreichen Feuilletonisten aufstieg, in den dreißiger Jahren vor den Nazis zuerst nach Frankreich und 1941 in die USA flüchtete, findet der Rezensent mit dem Kürzel "bfz" nur bedingt lesenswert. "Erinnerungsliteratur" sei zwar wichtig, aber das "Moralische" dürfe nicht das "Ästhetische" ersetzen, meint der Rezensent. Elbogen bewege sich auf dem "schmalen Grat zwischen nostalgischer Verklärung und nüchterner Analyse", mal erzähle er in "plastischen Details", mal in "lockerem Plauderton", stets aber seien diese Anekdoten, stellt "bfz" etwas enttäuscht fest, "die Betrachtungen eines Unpolitischen".
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