Hans Henny Jahnn gehört zu den wichtigsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts und sicher auch zu den eigensinnigsten. 1926 heiratet er Ellinor Philips, eine Verbindung, die von tiefer Zuneigung getragen ist. Zeitweise treten andere Geliebte hinzu, doch die Nähe zueinander wird eine der wenigen Konstanten im turbulenten Leben der beiden. Durch die bislang unbekannten Briefe aus dem Nachlass kann diese ungewöhnliche Ehe erstmals in all ihren Facetten nachvollzogen werden. Für dieses Paar scheint fast alles möglich: symbiotische Nähe genauso wie extreme Distanz und Beziehung zu Dritten, tabulose Freizügigkeit genauso wie Treue und Fürsorge. In den vielen Jahren bis zu Jahnns Tod im November 1959 verkommt die Beziehung mit ihren Höhen und Tiefen niemals zum Zweckbündnis: Ellinor und Hans Henny Jahnn bleiben einander ungeheuer wichtig, in den wilden und krisengeschüttelten Spätzeit der Weimarer Republik, auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus, in der dänischen Emigration, den Wirren des Zweiten Weltkriegs und auch nach der gemeinsamen Rückkehr in die nordddeutsche Heimat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2015
Ihr Ziel, aus einem Teil der Briefe Hans Henny Jahnns an seine Frau Ellinor ein "Lesebuch" zum Einstieg in sein Leben und Werk zusammenzustellen, ist Jan Bürger und Sandra Hiemer schon mit dem Titel missglückt, meint Insa Wilke. Denn der Ausdruck werde von ihm auch nur zitiert, um seine eigene, durchaus pathetische, existenzielle Sicht auf die Liebe von anderen abzugrenzen. Auch bezüglich der Gerüchte über ihn und seinen späteren Schwiegersohn Yngve Jan Trede, der große Teile der Korrespondenz seiner Erwähnung wegen sperren ließ, kann die Auswahl keine Klarheit bringen, meint die Rezensentin. Es werde nicht einmal geklärt, um welche Gerüchte es konkret gehe und trotzdem suggeriert, dass Jahnns Briefe den Charakter einer Beichte haben, kritisiert sie.
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