Wenn immer mehr Menschen glauben, Politik werde über ihre Köpfe hinweg gemacht und sei ihrem Einfluss entzogen - ist das ein populistischer Trugschluss? Oder ist der Eindruck der Bürger, sie seien entmachtet, womöglich zutreffend?Soviel Sprengstoff diese Fragen bergen, so analytisch-nüchtern geht der Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim in seiner Systemdiagnose vor. Er belegt: Die Parteienherrschaft hat eine neue Qualität erreicht. Hinter der demokratischen Fassade haben die Parteien einen Machtapparat installiert, der der Volkssouveränität Hohn spricht und absolutistische Züge trägt.Arnim deckt auf, welcher Mittel und Methoden sich die politische Klasse bedient, um die Regeln zu ihrem eigenen Vorteil umzugestalten. Parteienherrschaft und Willkür wirksam zu begrenzen ist dringend geboten!
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2017
Seit Jahrzehnten klagt der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler Hans Herbert von Arnim über die Parteienherrschaft, über Postengeschacher, Strippenziehen im Hinterzimmer und Machtspielchen. Das kennt Christian Nürnberger aus etlichen Büchern. Auffällig findet der Kritiker am neuen Buch, dass Arnim seine Kritik an den Parteien zu einer Fundamentalkritik am System ausweitet. Schwer zu sagen allerdings, ob die verbiesterte Wortwahl auf den Autor oder den Kritiker zurückgeht, Vokabeln wie "denaturiert" und "pervertiert" sind nicht als Zitat markiert. Nürnberger stört sich allerdings an Arnims Übertreibungen und an der Einseitigkeit seiner Kritik. Als große Gefahr für die Demokratie sehe Arnim einzig und allein den Parteifunktionär, nie Terror, Populismus, Überwachung oder gesellschaftliche Desintegration.
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