Wie fanden Deutsche und Italiener nach 1945 einen Draht zur repräsentativen Demokratie? Das Buch geht dieser Frage erstmals in einer historischen Perspektive nach, die Wählerinnen und Wähler in ihren Deutungen und Wahrnehmungen einfängt. Dazu zoomt es in die städtischen Alltagswelten der Bundesrepublik und Italiens hinein, wo Politik beobachtet, präsentiert und debattiert wurde. Vor allem im Wahlkampf trafen hier Wähler und Parteien aufeinander und verhandelten die Frage, was gute politische Repräsentation ausmachte. Durch die Linse direkter politischer Kommunikation untersucht das Buch die Beziehungen zwischen dem demokratischen Souverän und seinen Vertretern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2020
Christiane Liermann lobt Claudia C. Gatzkas vergleichende Studie zu den politischen Kulturen Italiens und Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg wegen ihres hohen Erkenntnisgewinns. Wie diesseits und jenseits der Alpen, namentlich in Hamburg, Ulm, Bologna und Bari die parlamentarische Demokratie als "Idee und Praxis" ankam, vermittelt die Historikerin laut Liermann mit besonderem Interesse am "konkreten Erleben" in einer reizvollen Verbindung aus Mikroanalyse und Nationalhistorie. Was dabei herauskommt, scheint Liermann lesbar, begriffsstark und episodisch reich. Nur den roten Faden muss der Leser gut im Auge behalten, rät die Rezensentin.
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