Mit farbigen Bildtafeln. Alarmierender Report über die selbstzerstörerischen Folgen einer ungebremsten Erderwärmung "Um jedes Zehntelgrad zu kämpfen" lohne sich, davon ist der Klimaforscher Deutschlands wichtigster Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber überzeugt. Er streitet seit Jahrzehnten darum, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dem Klimawandel und seinen dramatischen Folgen endlich ins Auge sehen - und alles daran setzen, ihn aufzuhalten. In seinem Thesenbuch spitzt er seine Kritik noch einmal zu: Nach derzeitigem Wissensstand bewegt sich unsere Zivilisation nicht auf die oft genannte Zwei-Grad-Grenze, sondern viel dramatischer auf eine Erwärmung von 3 bis 4 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts zu. Die fortgesetzte Verbrennung fossiler Energieträger droht zum kollektiven Suizid zu führen. Hans Joachim Schellnhuber fasst das aktuelle Wissen in aller Schärfe zusammen, damit die Politiker auf der 'Schicksalskonferenz' in Paris im Spätherbst 2015 die letzte Chance zum Umsteuern ergreifen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2015
Viele Leser wünscht Felix Ekardt dem Buch von Hans Joachim Schellnhuber auf jeden Fall. Abgesehen vom perfekten Veröffentlichungszeitpunkt zur Klimakonferenz, abgesehen auch von einigen allzu selbstgewissen Oberflächlichkeiten und gar Anfälligkeiten für Fehler im Text, die Ekardt dem Autor nachweisen kann. Unterhaltsam ist das Buch, doch darum geht es laut Rezensent eher nicht. Inhaltlich mitunter etwas zu langatmig und schwammig, wie Ekardt erklärt, zieht der Klimaforscher insgesamt einigermaßen nüchtern die Bilanz seiner Arbeit zu Klimaforschung und Klimaschutz, meint er. Das Buch, so versichert der Rezensent, bietet der Leserin ein riesiges Fachwissen, den neuesten Forschungsstand, eine Wirtschafts- und Technikgeschichte sowie aufschlussreiche Hinweise auf eher unbekannte Gründe für das Stocken des Klimaschutzes. Dass ausgerechnet das eigene Konsumverhalten vom Autor so wenig problematisiert wird, erscheint Ekardt da unverständlich, ebenso Schellnhubers Sympathie für Angela Merkel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015
"Selbstverbrennung" ist ja wahrlich ein dramatischer Titel, aber mit seinen 800 Seiten will das Buch wesentlich mehr sein als nur ein "aktueller Zwischenruf", schreibt Rezensent Christian Schwägerl zu Beginn seiner Kritik. Ein bisschen zu viel vielleicht sogar, fährt er fort, denn es geht von Kindheitserinnerungen Schellnhubers bis hin zu geradezu umstürzlerischen Gedanken über eine einzuleitende politische und ökonomische Wende. Das ganze gespickt mit vielen mathematischen Formeln, dem Anspruch, unterhaltend zu sein und einer Ehrenrettung des Kohlenstoffs. Wie auch immer: Für Schwägerl war es eine lohnende Lektüre, unter anderem wegen Schellnhubers "wissenschaftlicher Redlichkeit", denn er verberge keineswegs, dass vieles in der Klimaforschung noch höchst unklar ist: "Absolute Gewissheit wird allerdings erst dann herrschen, wenn es zu spät sein wird."
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