Die bislang wenig beachtete, doch ungewöhnlich fruchtbare Begegnung zwischen dem Kupferstecher Albert Flocon und dem Wissenschaftsphilosophen Gaston Bachelard ist als emblematisch für die wechselseitige Beeinflussung von Philosophie und Kunst, von Geistesarbeit und Handwerk zu verstehen. Verwurzelt im Surrealismus, gingen Bachelard und Flocon regelmäßig an die Grenzen ihres jeweiligen Metiers, um zu Neuem zu gelangen. Bachelard, der einer "wilden Vernunft" und dem Experimentellen huldigte, wählte die Gegenstände seines Denkens eben aufgrund ihrer Eigenmächtigkeit aus und betrachtete das "schwierige" Metier des Kupferstechers und Flocons tüftelnde Arbeitsweise als sinnbildlich für seine eigene "Philosophie am Werk", der stets die Möglichkeit des Scheiterns innewohnte.
Hans-Jörg Rheinberger gelingt eine luzide (Doppel-)Biograpfe und Intellektuellengeschichte - und zugleich eine faszinierend bebilderte Lektüre der Kupferstiche Albert Flocons.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.2017
Rezensent Helmut Mayer kommt auf den Geschmack mit Hans-Jörg Reichbergers "eleganter" Darstellung der Zusammenarbeit des Philosophen Gaston Bachelard und des Kupferstechers Albert Flocon. Wie Wissenschaft und Kunst zusammengehen können, ernsthaft und doch spielerisch offen, zeigt ihm der Autor anhand seiner beiden begabten Protagonisten und deren Publikationen aus den frühen 50er Jahren, die Kupferarbeiten und Texte kongenial, wie Mayer findet, vereinten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2016
Bereichert und angeregt fühlt sich Rezensent Felix Philipp Ingold von Hans-Jörg Rheinsbergers Essay über die kunstphilosophische Partnerschaft zweier herausragender Denker, dem Wissenschafts- und Kunstphilosophen Gaston Bachelard und dem Kupferstecher Albert Flocon. Rheinsberger rekonstruiert nicht nur den Verlauf und die Ziele der Zusammenarbeit, sondern greift den damals akuten, doch heute nicht minder aktuellen Diskurs über die "zwei Kulturen", das wissenschaftlich sachliche Denken und das künstlerisch intuitive Denken, auf und führt sie weiter, so der sichtlich beeindruckte Rezensent. Was am Ende dabei entstehe, sei nicht weniger als eine "Phänomenologie des In-Werk-Setzens".
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