Spolien sind gezielt und daher in der Regel sichtbar wiederverwendete Bauteile. Im weiten Feld der Wiederverwendung in der Architektur besetzen sie jenen Sektor, der mit besonderen Gestaltungs- und Bedeutungsabsichten verbunden ist. Durch ihre meist sichtbare Differenz zum übrigen Bau regen sie dazu an, diesen mit weiteren Bedeutungen anzureichern. Mit der Rückkehr von Ornament und Geschichte in die zeitgenössische Architektur hat auch die Spolienverwendung wieder zugenommen. Sind Spolien bisher entweder für die spätantike und mittelalterliche Architektur oder - sehr viel seltener - für die der Moderne untersucht worden, werden hier erstmals Phänomene der Spolienverwendung über die Epochen hinweg miteinander in Beziehung gesetzt. Neben kulturwissenschaftlichen Aspekten wird in diesem Band die Rolle von Spolien im Entwurfsprozess beleuchtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2021
Rezensent Michael Mönninger freut sich über Hans-Rudolf Meiers materialsatte und plastische Darstellung über die Wiederverwertung alter Baumaterialien und Raubkunst seit der Spätantike bis in die Gegenwart. Für Mönninger ein ganz besonderer Teil der Architekturgeschichte, den der Autor als penibel illustrierte "bauhistorische Detektivgeschichte" präsentiert. Ob Karl der Große oder die Dogen Venedigs - Meier nagelt die Räuber fest und identifiziert noch den letzten Stein aus Konstantinopel an Pfalzkapelle und Markusdom, staunt der Rezensent. Der "funktionslogischen" Ordnung im Band kann Mönninger gut folgen.
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