Wenn ein Mensch stirbt, bleibt vieles von dem erhalten, was seine Anwesenheit ausgemacht hat. Dazu gehören zunächst der Körper, der Leichnam und seine Repräsentationen, dann Kleider und andere Gegenstände des persönlichen Besitzes, technische Aufzeichnungen wie Fotos, Videos und Tondokumente und zunehmend auch Spuren in sozialen Medien und virtuellen Räumen.Darüber hinaus zeigt sich eine bleibende Präsenz von Toten in Erinnerungen, Träumen, Gefühlen, Wahrnehmungen und Verhaltensweisen von Hinterbliebenen, die zum Gegenstand verschiedener privater und öffentlicher Diskurse werden können.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.03.2021
Für Rezensent Urs Hafner steht fest: Der Tod gehört nicht zum Leben. Die Studie des Pfarrers Hans Ulrich Hauenstein zum Verhältnis zwischen den Lebenden und den Toten kann daran trotz ihrer Fundiertheit für Hafner nichts ändern. Dass der Autor seine Zunft für ihr Desinteresse an dieser Beziehung tadelt, dass er von einer Agentur der Toten spricht und darauf verweist, wie die Toten in den sozialen Netzwerken weiterleben, kann Hafner auch nicht umstimmen.
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