Die vorliegende Studie lenkt den Fokus von der vorherrschenden konfliktorientierten Betrachtungsweise ab und verfolgt einen lebensweltlichen Zugang zur religiösen Vielfalt in der Schweiz. Zum einen untersucht sie vergleichend das Bestattungswesen in Basel, Bern und Zürich und beobachtet, wie BeamtInnen, Vermittlungspersonen sowie Angehörige jüdischer, muslimischer und hinduistischer Religionsgemeinschaften im konkreten Fall mit religiösen Anliegen umgehen. Zum anderen gewinnt sie durch den Einbezug der jüdischen Gemeinschaften eine historische Perspektive. In diesem Sinne ist die Studie als prozessorientierte Ethnographie zu verstehen, die bisher eher unbeachtete Aspekte aufzeigt, welche das Zusammenleben in pluralen Gesellschaften charakterisieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.05.2007
Praxisorientierung und Lebensweltlichkeit in allen Ehren, doch ganz so "flexibel und pragmatisch", wie es der Autorin vorschwebt, geht es im Bereich religiös-kultureller Problemstellungen dann doch nicht vonstatten - meint Rezensent "mra" und lässt sich weder durch "langwierige" wissenschaftliche Beschreibungen von Fallbeispielen aus dem eidgenössischen Bestattungswesen noch durch die von Barbara Richner angebotenen "leicht zugänglichen" Zusammenfassungen gänzlich überzeugen. Sozialer Kontext hin oder her, das Fazit der Autorin erscheint "mra" doch "recht banal". Die Vorstellung vom Anliegen Andersgläubiger "mehr als Folge einer allgemeinen individualisierten Lebensweise denn als normative Kategorie" leuchtet "mra" allerdings ein.
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