Hans-Werner Sinn erklärt, warum Banker zu Glücksrittern wurden, und hinterfragt die zweifelhafte Rolle der Rating-Agenturen sowie das Engagement der deutschen Banken. Sinn blickt jedoch nicht nur zurück, sondern benennt auch die Konstruktionsfehler des deutschen Rettungspaketes und kommentiert die verbleibenden Risiken. Er spricht sich gegen Staatshilfen für Firmen aus und definiert - ganz konkret - die langfristigen Rahmenbedingungen für ein gesundes Bankenwesen: Sinn fordert, den Banken wesentlich höhere Eigenkapitalquoten für ihr Geschäft vorzuschreiben, um sie wieder zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zu veranlassen. Daneben dringt er auf einen TÜV für Finanzprodukte, ein Verbot von Leerverkäufen und eine Umorientierung von der amerikanischen Rechnungslegung (IFRS) zurück zum deutschen Niederstwertprinzip.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2009
Mehr als eine schockierende Stelle entdeckt der Rezensent Gerald Braunberger im Buch von Hans-Werner Sinn. Den Buchtitel findet er deshalb höchst treffend. Bei Sinn lernt Braunberger, dass nicht etwa Alan Greenspan der Hauptverantwortliche für die Finanzkrise ist, sondern Fehlentwicklungen, die unmittelbar mit unzureichender staatlicher Regulierung zu tun haben. Sinns Analyse fataler Haftungsbeschränkungen im Finanzsystem besticht laut Braunberger durch ihren Faktenreichtum und eine klare Gliederung sowie durch eine differenzierte Betrachtung des Problems, die auch die Vorteile beschränkter Haftung aufzeige. Ohne mit allen hier präsentierten Argumenten einverstanden zu sein, empfiehlt Braunberger den Band zum besseren Verständnis dessen, "was sich seit Sommer 2007 abspielt".
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