Man hat sich darauf geeinigt, dass der 15. September 2008 unsere Welt verändert habe der Tag, als die Bank Lehmann-Brothers pleite ging. Seitdem hätten wir eine Weltwirtschaftskrise. Aber das ist eine Lüge. Diese Lüge soll einen Teil derjenigen schützen, die noch nach 2008 die Shareholder-Value-Ideologie vertreten und verteidigt haben. Man konnte aber schon vor dem September 2008 sehen, dass der Turbokapitalismus scheitern würde. Die Zeichen an der Wand waren überdeutlich. Er musste scheitern, weil er geprägt war von Materialismus, Werterelativismus und Individualismus. Der Turbokapitalismus hatte mit jahrhundertelangen Menschheitserfahrungen, dem Wissen um die Zerbrechlichkeit von Freiheit und Gerechtigkeit und der Notwendigkeit von Sicherheit für ein gelungenes menschliches Leben, gebrochen. Für ihn war Profit wichtiger als Gemeinwohl, das Jetzt wichtiger als die Zukunft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2010
Zeitlose Antworten auf die Krise findet Karl-Rudolf Korte in diesem Sammelband mit Texten eines Fachgesprächs über die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft in der Düsseldorfer Staatskanzlei im April 2009, ergänzt durch weitere Kurzbeiträge. Der vom - wahlkämpfenden - Jürgen Rüttgers herausgegebene Band überzeugt den Rezensenten durch die interdisziplinäre Zusammensetzung seiner Beiträger. Die von Soziologen, Politologen, Medienleuten und anderen unter Berücksichtigung der von Korte leitmotivisch verstandenen Begriffe "Regeln" und "Moral" diskutierten Fragen, hält er für grundsätzlich und also aktuell.
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