Nicht in den unermesslichen Tiefen, sondern in den seichten Meeresbereichen spielt sich der Großteil des Lebens im Meer ab. Insbesondere das Wattenmeer ist reich an Pflanzen- und Tierarten, und es ist ökologisch hochproduktiv. Hansjörg Küster zeichnet ein so kenntnisreiches wie liebevolles Porträt dieser einzigartigen Landschaft, die auch in kulturgeschichtlicher Hinsicht faszinierend ist. Große Teile des Wattenmeeres kann man noch als echte Wildnisse bezeichnen. In keinem anderen Ökosystem wird mehr Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre abgebaut, nirgends wird mehr organische Masse aufgebaut und nirgendwo mehr Sauerstoff freigesetzt. Viele Formen von Leben haben sich dort entwickelt. Doch das Wattenmeer ist von zahlreichen Seiten bedroht. Und es sieht keineswegs immer so aus, wie man es von der südlichen Nordsee, dem größten Schlickwattgebiet der Welt, kennt. Dort fühlt sich Küster besonders zu Hause und schreibt auch über die Stimmungen, die sich mit dieser "Meerschaft" verbinden: die Gerüche, der fast beständig wehende starke Wind, die Geräusche der Brandung, die Vogelrufe - und auch besondere Begegnungen mit Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2024
Rezensent Kai Spanke gefällt, dass der Ton des Buches des Pflanzenökologen Hansjörg Küster nie alarmistisch wird, auch wenn viel Ernüchterung mitschwingt. Wie Küster übers Wattenmeer erzählt, umfassend, weder Kegelrobben, Handel am Wattenmeer noch Priele vergessend, genau, aber lesbar, kenntnis- wie anekdotenreich - das bereichert Spanke. Eine gelungene Mischung aus historischem und naturwissenschaftlichem Wissen und persönlicher Wattenmeerbegeisterung, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.03.2024
Aus vielen verschiedenen Perspektiven nähert sich Hansjörg Küster laut Rezensentin Susanne Billig dem Watt. Unter anderem geht es um geografische Formationen von Meeresküsten, aber auch um die diversen tierischen und pflanzlichen Wattbewohner, so Billig. Küster beschreibt, warum das Watt in seinen diversen Spielarten nicht nur ein wichtiger Lebensraum für verschiedene Arten, sondern auch für die Weiterentwicklung des Lebens an sich ist, zum Beispiel aufgrund der hohen Photosyntheseaktivität. Auch der Umgang der Menschen mit dem Watt spielt eine Rolle, erläutert die Rezensentin. Insgesamt ist Küster ein tolles Buch gelungen, das Weitblick mit Genauigkeit verbindet, freut sich die Kritikerin.
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