Hape Kerkeling

Der Junge muss an die frische Luft

Meine Kindheit und ich
Cover: Der Junge muss an die frische Luft
Piper Verlag, München 2014
ISBN 9783492057004
Gebunden, 320 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

In "Der Junge muss an die frische Luft" spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere - und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.11.2014

Potenzial wittert Martin Breher in Hape Kerkelings Autobiografie. Das Potenzial zum Bestseller, aber auch das Potenzial, den Leser wirklich nachdenklich zu stimmen. Wenn Kerkeling aus seiner Kindheit in den 60er und 70er Jahren erzählt, von der Depression und dem Selbstmord seiner Mutter, von seinem Umgang damit, weiß Breher nicht, ob er lachen oder weinen soll. Das enge Beieinander von Ernst und Witz im Buch aber funktioniert, versichert er. Nicht nur entdeckt der Rezensent hier die Wurzeln von Kerkelings Komiker-Karriere; wie schon in Kerkelings letztem Buch, wird er auch hier mit Glaubensfragen konfrontiert, die der Autor sozusagen für sich entscheidet und gegen die irdischen Vertreter Gottes.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2014

Tief berührt hat Rezensent Christopher Schmidt Hape Kerkelings Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft" gelesen, in der er zum ersten Mal vom frühen Selbstmord seiner Mutter erzählt. Ergriffen erlebt der Kritiker, wie Kerkeling zunächst "aufgekratzt", anekdotisch plaudernd von seiner idyllischen Kindheit im Ruhrpott erzählt, im Laufe der Erzählung aber immer mehr die Furcht überwindet, von dem Trauma zu berichten. Dabei gelinge es Kerkeling hier nie als "trauriger Clown" zu erscheinen, vielmehr versteht der Rezensent nach der Lektüre dieses unbedingt lesenswerten Buches, aus welcher Kraft der Komiker seinen Humor schöpft.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2014

Jens Jessen liebt an Hape Kerkelings Auftritten und Sketchen vor allem den ungeplanten "Einbruch des Menschlichen" in die Routine, die verstummende Fassungslosigkeit oder Abscheu. Jetzt hat Kerkeling ein Buch über seine Jugend geschrieben, "Der Junge muss an die frische Luft", berichtet der Rezensent, und zunächst wird darin ziemlich übertrieben ein Polster aus Gott- und Selbstvertrauen aufgehäuft, das Jessen irritierend fände, rechtfertigte das Ereignis, von dem Kerkeling dann erzählt, es nicht so restlos. Als Kind erlebte der Komiker den Tablettenselbstmord seiner Mutter aus nächster Nähe, neben ihr im Bett liegend, verrät der Rezensent, der es der warmherzigen Großfamilie Kerkelings zurechnet, dass außer einer etwas überschwänglichen Spiritualität keine weiteren Traumata daraus erwachsen sind.

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