In seinem neuen Buch setzt Hape Kerkeling nicht nur entscheidende Etappen seines Lebens fort, sondern taucht tief in die bewegte Geschichte seiner Vorfahren ein. Berührend und mit unvergleichlichem Sinn für Komik erzählt er von seiner Kindheit in den Siebzigern und den Glanzzeiten der TV-Unterhaltung, von Liebe, Vorsehung und dem Goldenen Zeitalter der Niederlande. Er führt in die Anfänge seiner Fernsehkarriere und folgt den Spuren der Kerckrings zurück bis ins blühende Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Verwebt dabei lustvoll Erinnerungen mit Recherchen, eigenes Erleben mit Historie und Ahnenforschung. Und kommt schließlich auch hinter ein unglaubliches Geheimnis, das seine geliebte Großmutter Bertha zeit ihres Lebens umgab.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2024
Im Grunde hält Rezensent Martin Zips mit dieser Chronik gleich zwei neue Bücher von Hape Kerkeling in den Händen: Zum einen nämlich ergründet Kerkeling mit Hilfe von Internet-Stammbäumen seine Ahnengeschichte und entdeckt nicht nur, dass er dank einer angeblichen Affäre seiner Urgoßmutter mit dem englischen König Eduard VII. verwandt sein könnte, auch Verbindungen zu einem Münsteraner Fastnachtsdichter oder einem Bordellbetreiber in Amsterdam macht er ausfindig. Das ist launig zu lesen, mitunter aber auch langatmig, wenn Kerkeling immer wieder Spinoza zitiert oder Wappen erläutert, räumt Zips ein. Deutlich spannender findet der Kritiker ohnehin Kerkelings persönliche Erinnerungen, etwa an seinen niederländischen Freund Duncan, der an Aids starb - oder an jene Jahre der miefigen Achtziger, als ihm vom WDR geraten wurde, lieber eine Scheinehe einzugehen als seine Homosexualität öffentlich zu machen. Beide Teile des Buches eint aber Kerkelings Witz, seine Tiefgründigkeit sowie die Selbstironie und das gute moralische Gespür, lobt der Rezensent, der findet: Kerkeling ist definitiv besser gealtert als manch anderer Kollege.
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