"Ich könnte stundenlang zusehn wie es schneit", schreibt Harald Hartung in seinem neuen Gedichtband, und unversehens verwandelt sich der Schnee in die Silben, Worte und Sätze des entstehenden Gedichts. Hartungs Gedichte setzen immer ein mit den Augenblicken der sinnlichen, gelebten Erfahrung. Die kleinsten Details des Alltags können dieser Anstoß sein, ebenso wie die Erfahrung des Alters und der Endlichkeit menschlichen Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.10.2002
Die in den Jahren 1995 bis 2001 entstandene Gedichtsammlung von Harald Hartung könnte man, ist Rolf-Bernhard Essig überzeugt, eine "rühmende" "Alterslyrik" nennen. Denn in den Gedichten habe der Dichter Themen wie den körperlichen Verfall, Krankheit, Kindheitserinnerungen und die Kontemplation als Ersatz für das Nachlassen der Sehkraft thematisiert. Besonders berückt ist der Rezensent vom letzten Gedicht in diesem Band, denn es sei voll von "hoch evidenten" Bildern, "effektsicheren Wendungen" zwischen Trauer und Komik, klaren Gedanken und "formalen Finessen". Aus diesen Versen strahle eine "Helligkeit", die die ganze "Abgeklärtheit" des Autors zum Ausdruck bringe, schwärmt Essig. Alle Gedichte seien so "glänzend", dass sie eigentlich nicht näher erläutert werden müssten. So der Leser darauf trotzdem Wert lege, würde der Rezensent sie mit dem Etikett "Priority" versehen.
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