Mit Fotos. Mit vollständiger Compact-Discografie und einem Personen- und Sachregister. Nicht als Hofberichterstatter, sondern mit kritischem Blick zeichnet Harald Martin das Porträt eines Musikers und einer widersprüchlichen Persönlichkeit. Bei seinen Recherchen konnte sich der Autor auch auf Gespräche mit Personen stützen, die lange mit Paul McCartney zusammengearbeitet haben, wie zum Beispiel der Siegener Ausstellungsmacher Wolfgang Suttner, der McCartneys Bilder präsentierte, oder der Musiker und Künstler Klaus Voormann. In einem weiteren Abschnitt widmet sich Harald Martin Beziehungen zwischen Paul McCartney und einigen Weggefährten: John, George und Ringo natürlich, aber auch Denny Laine, Eric Stewart und Elvis Costello.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.06.2002
Einen Mythenzertrümmerer nennt Christian Jooss den McCartney-Biografen Harald Martin, Jahrgang 1959, der sein Personenporträt mit gebührendem Respekt und Abstand geschrieben habe und die Leser geschickt und souverän durch die Popgeschichte führe. Lennon/ Mc Cartney war für Martin das Traumgespann schlechthin gewesen, verrät Jooss, die McCartney'sche Soloproduktion dagegen werde von Martin weit kritischer kommentiert: für ihn kommt McCartneys schwülstige Seite besonders in seinen Klassikversuchen zum Ausdruck, aber auch die Popsongs seien nett und familientauglich. Im übrigen bescheinigt Jooss dem Biografen einen genauen und unbestechlichen Blick, der das Beatles-Quartett in seiner Psychodynamik gut durchschaut und auch in Sachen Paul McCartney dessen Widersprüche in einen produktiven Spannungsbogen zu bringen weiß. So werde aus McCartneys Lebensgeschichte fast ein Entwicklungsroman ("Vom Kleinbürger zum Landlord"), dem der moralische Zeigefinger seines Verfassers nicht völlig erspart bleibe - aber, wie uns Christian Jooss versichert, dies ist nur "zu seinem Besten".
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