Harald Welzer

Nachruf auf mich selbst.

Die Kultur des Aufhörens
Cover: Nachruf auf mich selbst.
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2021
ISBN 9783103971033
Gebunden, 288 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Bestseller-Autor Harald Welzer stellt fest, dass unsere Kultur kein Konzept vom Aufhören hat. Deshalb baut sie Autobahnen und Flughäfen für Zukünfte, in denen es keine Autos und Flughäfen mehr geben wird. Und sie versucht, unsere Zukunftsprobleme durch Optimierung zu lösen, obwohl ein optimiertes Falsches immer noch falsch ist. Damit verbaut sie viele Möglichkeiten, das Leben durch Weglassen und Aufhören besser zu machen. Diese Kultur hat den Tod genauso zur Privatangelegenheit gemacht, wie sie die Begrenztheit der Erde verbissen ignoriert.
Harald Welzer zeigt in einer Montage aus wissenschaftlichen Befunden, psychologischen Einsichten und persönlichen Geschichten, wie man aus den Absurditäten dieser gesellschaftlichen Entwicklung herausfindet. Man muss rechtzeitig einen Nachruf auf sich selbst schreiben, damit man weiß, wie man gelebt haben will.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2021

Rezensent Kim Maurus findet alles ein bisschen banal in Harald Welzers Rundumschlag gegen Ignoranten, Kapitalismus, Naturausbeutung, Konsum. Dass der Autor eine Nahtoderfahrung nötig hatte, um zu erkennen, wie wichtig ein gutes Gesundheitssystem ist, und wie wenig hilfreich Jammern auf hohem Niveau, erstaunt Maurus. Welzers Aggro-Attitüde gegen das Ignorantentum irritiert ihn eher als dass sie ihn für den Autor einnimmt. Was noch? Fehlende Quellenangaben und willkürlich gesetzte Gendersternchen machen die Lektüre dieses für Maurus etwas wirren Buches nur noch anstrengender.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.11.2021

Rezensent Stephan Hebel vermisst im eigentlich hochpolitischen Buch des Soziologen Harald Welzer den systemtheoretischen Blick auf die Strukturen. Dass der Autor ausgehend von eigenen Leiden auf die Krankheit der Welt und die Notwendigkeit des Handelns kommt, findet Hebel dagegen nachvollziehbar, ebenso, dass sich Persönliches und Politisches beim Nachdenken über die Gesellschaft vermischen. Das Buch ist weder eitel (wie es der Titel vermuten lässt) noch langweilig, versichert Hebel, sondern in den Augen des Rezensenten lehrreich und teilweise richtig radikal.

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