Aus dem Englischen von Marcel Simon-Gadhof. Mit einem Nachwort von Helena Norberg-Hodge. Die industrielle Zivilisation hat keine Zukunft. Sie basiert grundsätzlich auf unbegrenztem Wachstum - auf einem begrenzten Planeten. Die unverminderte, rücksichtslose Verbrennung von fossilen Rohstoffen heizt das Klima weiter an. Durch kleinteilige Reformen und technologische Innovationen, wie sie gegenwärtig auf der politischen Agenda stehen, wird sich das Problem aber nicht in den Griff bekommen lassen. Eher früher als später wird - so die These - das globale kapitalistische System sein Ende finden, zerstört aufgrund der von ihm selbst hervorgebrachten ökologischen Widersprüche. Wenn die Menschheit nicht - nach heutigem Stand völlig unerwartete - radikale Schritte unternimmt, wird der Zusammenbruch der Industriegesellschaft, wie wir sie kennen, in ein Desaster münden. Der britische Philosoph Rupert Read und der australische Nachhaltigkeitsforscher Samuel Alexander versuchen in diesem Gesprächsbuch der wahrscheinlichen Entwicklung ungeschönt ins Auge zu blicken. Worin liegen die Gründe für die intellektuelle Scheu (die die Fridays-for-Future-Generation nicht mehr hat), sich mit der katastrophalen Perspektive auseinanderzusetzen? Was speist die Hoffnung, es werde schon eine technische Lösung vom Himmel fallen? Und welche begründeten Handlungsoptionen bleiben uns? Mit realistischem Blick und einer dennoch ungebrochen positiven Haltung stellen sich Read und Alexander dem unbequemen Gespräch über das Ende der Industriegesellschaft und was danach kommt.
Hier antwortet der Philosoph aus dem britischen Norwich, Rupert Read, auf den klugen "Stichwortgeber" aus dem australischen Melbourne, Samuel Alexander. Gemeinsam sind sie, so Rezensent Justus Wenzel, zu dem Schluss gekommen, der den "markant definitiven Titel" liefert. Der erschrockene Kritiker findet, dass die Autoren nicht wirkten, als wollten sie nur ein bisschen Apokalypse-Grusel loswerden. Vielmehr geht es um eine klare Analyse dessen, was ist und um den radikalen Blick auf das, was daraus werden könnte: das Verschwinden der Gattung Mensch, eine Wiederkehr nach dem Fast-Verschwinden, oder das Rumreißen des Ruders sofort, obwohl es fünf nach zwölf ist. Pandemien, so unterrichtet uns der betroffene Kritiker, haben die Autoren als "mögliche Katastrophenbeschleuniger" mitgedacht - und das war schon vor der jetzigen weltweiten Coronakrise.
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