Stephan Malinowski

Die Hohenzollern und die Nazis

Geschichte einer Kollaboration
Cover: Die Hohenzollern und die Nazis
Propyläen Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783549100295
Gebunden, 784 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Seit über hundert Jahren haben die "Oberhäupter" der Hohenzollern immer wieder mit Juristen, Historikern, Journalisten, Ghostwritern und PR-Beratern zusammengearbeitet, mit deren Hilfe sie das Bild der Familie in der Öffentlichkeit aufpolierten. Nun werden Rollen und Selbstdarstellung der wichtigsten Familienmitglieder von einem der besten Kenner der Materie erstmals analysiert und dargestellt: In einer großen historischen Erzählung zieht Stephan Malinowski den Bogen über drei Generationen von 1918 bis in die Gegenwart und beschreibt das politische Milieu, in dem sich ihre Akteure bewegten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2021

Der Historiker Christopher Clark bekommt ein neues Bild des Kronprinzen und der Verstrickung der Hohenzollern in den Aufstieg der Nationalsozialisten mit Stephan Malinowskis Buch. Brillant und subtil findet er, wie der Autor in "kühler Prosa" und "methodisch innovativ" nachweist, dass der charakterschwache Ex-Kronprinz, die Projektionen der Öffentlichkeit auf ihn sowie die Netzwerke der Hohenzollern eine nicht zu unterschätzende "politische Energiequelle" darstellten bei den Prozessen, die Hitler an die Macht beförderten. Den Mix aus Spekulationen und Realpolitik, der das Ende von Weimar einläutete, sowie dessen Wirkung vermag der Autor dem Rezensenten plastisch vor Augen zu führen. Beeindruckend, findet Clark.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.09.2021

Rezensent Lothar Müller erkennt: Nach dem Ende des Kaiserreichs radikalisierte der Bedeutungsverlust den deutschen Adel und allen voran die Hohenzollern. Stephan Malinowskis auf seiner Arbeit zu Wilhelm II. aufbauende Studie gibt ihm augenöffnende Hinweise für diese Sicht. Erkennbar wird für Müller das Netzwerk der Hohenzollern, ihre Opposition gegen Weimar und ihre Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten. Der These, die Hohenzollern seien Teil des Widerstands gewesen, schickt der Autor laut Müller detail- und kenntnisreich in den Orkus. Der Autor arbeitet den Charakter der Mediendynastie der Hohenzollern heraus und stellt sich mittels zeitgenössischer Berichte der Bagatellisierung ihres Anteils an der Zerstörung der Republik entgegen, erklärt Müller. Für den Rezensenten ein wegweisendes Buch.
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