Harold Tittmann schildert die sensationelle Aktion des World Jewish Congress (WJC) und gewisser Teile der amerikanischen Regierung, den damaligen österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim als Nazi und Kriegsverbrecher zu "überführen" und ihn damit politisch und moralisch zu vernichten. Tittmann hat jahrelang recherchiert und konnte dabei in diesbezüglichen Geheimakte der amerikanischen Regierung Einsicht nehmen. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen Edgar Bronfman, den Präsidenten des World Jewish Congress. Bronfman und viele andere Funktionäre dieser Institution, welche als Kaderschmiede wichtigste Beamte des "Office of Special Investigations" des US Justizministeriums zur Verfügung stellte, waren jahrelang erfolgreich bemüht, Waldheim fertig zu machen. Dabei halfen ihnen prominente Politiker und Journalisten sowohl in den USA wie auch in Österreich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2001
Nach Franz-Josef Kos wird hier der Fall des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Waldheim aufgewickelt und gezeigt, welche Rolle bei den Nachforschungen über dessen Nazi-Vergangenheit der World Jewish Congress und das Office of Special Investigations gespielt haben. Demnach hat es sich vor allem um eine Medienkampagne gehandelt, wie dem Leser mitgeteilt wird. Nach Kos hat der Autor hier die "Fragwürdigkeit einiger Recherchen" an mehreren Beispielen belegt. Zwar findet der Rezensent, dass auch Tittmann "selbst nicht vor Unterstellungen" zurück schreckt. Doch sei es das Verdienst des Autors, "eine Anzahl von Fehlern, Manipulationen und personellen Verquickungen" aufzudecken.
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