Den Bemühungen um deutsch-jüdische Verständigung in den USA werden Widerstände entgegengesetzt, die mit dem zusammenhängen, was gemeinhin als "Instrumentalisierung des Holocaust" bezeichnet wird. Aber auch auf deutscher Seite haben sich Verständigungsschwierigkeiten aus der vielzitierten "deutschen Befangenheit nach dem Holocaust" ergeben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2000
Günther Gillessen referiert in seiner Kritik zustimmend die ziemlich bitter klingende Beschreibung Calebows über den Zustand der Beziehungen zwischen jüdischen Organisation in den USA (etwa dem American Jewish Committee und dem World Jewish Congress) und der Bundesrepublik Deutschland. Calebow, der zwischen 1977 und 92 offiziell mit der Pflege dieses Verhältnisses betraut war, hat wenig positives über die jüdischen Organisationen zu sagen: Sie weigern sich, in Holocaust-Museen auch über die demokratische Nachkriegsgeschichte Deutschlands und die Wiedergutmachungsleistungen der Bundesrepublik zu informieren - alles um `die Möglichkeiten der Instrumentalisierung des Holocaust für aktuelle politische Zwecke` nicht zu beeinträchtigen. Der Rezensent weicht einer Bewertung aus, indem er ausgiebig zitiert, doch ist anzunehmen, dass er das Buch mit Sympathie gelesen hat. Als Leser hätte man gern ein paar Beispiele für diese "Instrumentalisierung" aufgelistet bekommen. So empfindet man Buch und Kritik als gleichermaßen unangenehm pauschal.
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