Aus dem Amerikanischen von Eva Engels. Ein Kernbegriff der neuzeitlichen Wissenschaft wird zum Ausgangspunkt dieser Studie, die bildliches Anschauungsmaterial, Praktiken, Theorien und Geschichte in subtiler Weise miteinander verknüpft. Objektivität, so zeigt sich, hat eine Geschichte und diese steckt voller Überraschungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.10.2007
Rezensent Christian Schlüter erfreut sich an der frischen Prosa des amerikanischen Philosophen Harry G. Frankfurt, denn auch in gedruckter Form hat die ursprünglich als Vorlesung angelegte Studie über die Bedingungen des Menschseins noch die Lebendigkeit der mündlichen Ansprache erhalten, schreibt er. Den größten Einfluss auf die Fähigkeit zur Selbstvergewisserung sehe Frankfurt in der Vernunftbegabung und der Liebe, wobei die Liebe, verstanden in ihrer elementaren Form als (Für)Sorge, eine Angelegenheit des Willens ist, der eine besondere "normative Autorität" zukommt, wie der Rezensent zitiert und staunt, denn Frankfurt möchte die "Wesensbestimmung des Menschen mit einer moralischen Norm" in Beziehung setzen. Wie der Philosoph dann aber auf den Grund der Liebe kommt, bezeichnet Christian Schlüter in der Summe als "luftiges Theoriedesign": Frankfurt setze sie nämlich einfach als grundlos voraus und bestimme die Übereinkunft der Liebe mit dem Einverständnis des eigenen Selbst als einen "Zustand absoluter, wenn auch vorläufiger Willensfreiheit".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007
Die 2004 an der Standfort University gehaltenen Tanner Lectures, die mit diesem Band nun auf Deutsch vorliegen, führen konsequent die Hauptthemen des allgemein anerkannten Philosophen Henry Frankfurt fort und ziehen so etwas wie die Bilanz aus seinen Reflexionen, meint Rezensent Michael Schefczyk. Es dreht sich um die bei Frankfurt prominente Frage nach dem "Begriff der Identifikation" als zentrale menschliche Eigenschaft der Persönlichkeit, erklärt der Rezensent, der sich bemüht, dem Leser die Thesen des Philosophen zusammenzufassen. Laut Frankfurt sei der Mensch erst eins mit sich und seinem Handeln, wenn er wisse, was er liebe, und in diesem Rahmen vollziehe sich auch seine Willensfreiheit, referiert Schefczyk. Interessant scheinen ihm auch die drei kritischen Kommentare zu Frankfurts Überlegungen von Christine M. Korsgaard, Michael E. Bratmann und Meir Dan-Cohen, deren Einwände gegen die Ausführungen des Philosophen er ebenfalls darstellt. Dem letzten Kommentator mit seiner Kritik an der fehlenden sozialen Dimension im Gedankengebäude Frankfurts um die Freiheit des Willens kann sich der Rezensent nur anschließen.
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