Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2000
In einer Dreifachrezension bespricht Jochen Staadt das Buch zusammen mit "West-Arbeit des MfS" (C. Links-Verlag) und "Die unterwanderte Republik" (Propyläen), beide von Hubertus Knabe.
1) Heike Amos: "Die West-Arbeit der SED"
Amos? Buch lobt der Rezensent als eine "Studie von hoher wissenschaftlicher Qualität". Er betont dabei, dass sich die Autorin vor allem mit den fünfziger Jahren befasst und so gut wie alle Aspekte der Westarbeit der SED herausarbeitet. Mit einem gewissen Bedauern stellt der Rezensent allerdings fest, dass auch Amos nicht endgültig sagen kann, ob Gustav Heinemanns Gesamtdeutsche Volkspartei, in der auch Johannes Rau seine Anfänge machte, wirklich von der SED finanziert wurde.
2) Hubertus Knabe: "West-Arbeit des MfS"
Dies sei ein "Behördenbuch" kritisiert Staadt und kommt noch einmal auf die Geschichte von Knabes Doppel-Veröffentlichung zurück - innerhalb der Gauck-Behörde, wo Knabe arbeitet, habe der Autor nur eine "verstümmelte" Version seiner Thesen präsentieren können, um "politisch korrekt" zu bleiben. Die Beiträge mehrerer Autoren in diesem Band und die Dokumentationen blieben recht unspezifisch.
3) Hubertus Knabe: "Die unterwanderte Republik"
Erst hier, so Staadt, könne Knabe "Ross und Reiter" nennen, denn dieses Buch habe er in seinem Namen veröffentlicht. Zwar mag Staadt der These von der "unterwanderten Republik" nicht folgen, aber er zeigt sich hoch beeindruckt vom enzyklopädischen Umfang von Knabes Forschung. Der Band zeige, wie leicht es der Stasi gefallen war, willige Denunzianten in der westlichen Linken zu finden, die sie bei ihren Desinformationskampagnen unterstützten.
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