Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.09.2008
Da bei aller Popularität von Barockmusik die frühen Barockkomponisten wenig bekannt sind, begrüßt Reinhard J. Brembeck hocherfreut dieses Faksimile der Handschrift der so genannten "Rosenkranzsonaten" des Komponisten und seinerzeit berühmten Geigenvirtuosen Heinrich Ignatz Franz Biber. Zwei Faksimile-Ausgaben der Handschrift mit fünfzehn Mysterienmusiken für Geige und Basso-Continuo-Begleitung habe es bereits gegeben, eine sei vergriffen, die andere etwas "windig", wie es der Rezensent ausdrückt. Nun liegt der von Manfred Hermann Schmid herausgegebene Prachtband vor, der den Rezensenten in jeder Hinsicht überzeugt. Der Verrätselung des Vorworts von Biber entsprechend, gewinnt im außerordentlich informativen Nachwort des Herausgebers bei aller Nüchternheit auch das "Fantastische" Raum, stellt Brembeck zufrieden fest. Er macht keinen Hehl aus seiner tiefen Bewunderung für diese auch heutigen Geigern sehr viel abverlangenden Kompositionen, und so möchte er beim Lesen der Notenhandschrift am liebsten "demütig in die Knie sinken", wie er freimütig bekennt.
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