Heinrich Löffler (Hg.)

Johann Jakob Spreng, Allgemeines deutsches Glossarium

Historisch-etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Band 1-7
Cover: Johann Jakob Spreng, Allgemeines deutsches Glossarium
Schwabe Verlag, Basel 2021
ISBN 9783796543234
Gebunden, 4567 Seiten, 249,00 EUR

Klappentext

Die Erstpublikation dieses Wörterbuchs 250 Jahre nach der Entstehung ist nicht nur für die Lexikographiegeschichte ein einmaliges Zeugnis, sondern wirft auch ein neues Licht auf das Weltwissen des 18. Jahrhunderts. Die hunderttausend Artikel basieren auf zeitgenössischen und historischen Quellen, insbesondere aus den Bereichen Literatur, Bibel, Religion, Rechtswesen, Handwerk, Technik und Wissenschaft. Berücksichtigt sind alle bis dahin zugänglichen literarischen Texte des Gotischen, Althochdeutschen, Mittelhochdeutschen und der benachbarten deutschen (germanischen) Sprachen (etwa Skandinavisch, Angelsächsisch, Niederländisch). Die Artikel sind narrativ verfasst: Man kann das Glossarium mit unzähligen Histörchen, Anekdoten, Rezepten, Sprichwörtern und Redensarten aus Gegenwart und Vergangenheit durchaus als ein Lesebuch bezeichnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2022

Rezensent Wolfgang Krischke kann kaum glauben, dass das Glossarium des Sprachgelehrten Johann Jakob Spreng fast 250 Jahre nach seiner Fertigstellung erstmals vollständig erscheint. Die von Heinrich Löffler und seinem Team herausgegebenen und "informativ" eingeleiteten Bände, übertragen von den Zetteln, die der Autor zu Streifen montierte, wie Krischke staunt, machen den Rezensenten nicht nur mit sprachlichen Schätzen wie "atzlen" (vollabern) und "kaibelen" (stinken) bekannt, sondern lassen ihn auch erkennen, dass Spreng das Deutsche für ebenso vielfältig und kultursprachlich tauglich hielt wie das Lateinische und Französische. Auch wenn der Autor sprachhistorisch nicht immer richtig lag, wie Krischke weiß, scheinen ihm allein schon die versammelten "Kraft- und Sprüchwörter" den Leser-Blick wert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2021

Rezensent Hermann Unterstöger freut sich über das von Heinrich Löffler herausgegebene Allgemeine deutsche Glossarium von Johann Jakob Spreng. Spreng schildert der Rezensent als einen obsessiven Wortsammler der besonderen Art, weil vielseitig begabt und mit theologischer Bildung. Wortschönheiten wie "Erzschule" oder "firkelen" entdeckt Unterstöger denn auch in dieser Edition, "Standardwörter" eher nicht. Sprengs Ansinnen, Zeugnis zu geben von Sitten, Bräuchen, Religionen, scheint dem Rezensenten gelungen. Gut, dass Sprengs ausufernde Zettelwirtschaft mit rund 270 Jahren Verspätung endlich als Buch vorliegt, findet er.

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