Herausgegeben von Wolfgang Eßbach und Friedrich Pohlmann. Der 2002 verstorbene Freiburger Soziologe Heinrich Popitz gehört zu den bedeutendsten Nachkriegssoziologen in Deutschland. Bereits Klassikerrang haben seine industriesoziologischen Arbeiten aus den fünfziger Jahren, aber auch die Bedeutung der in den folgenden Jahrzehnten entwickelten Schriften zur Macht-, Norm-, Technik- und Kreativitätstheorie ist in jüngster Zeit zunehmend gewürdigt worden. Der Band versammelt neben noch unveröffentlichten Texten Popitz' wichtigste Schriften zur Normtheorie, die bisher nur verstreut vorlagen. Eine ausführliche Einleitung führt in Popitz' Denken ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2006
Christian Geyer gibt sich als durch und durch begeisterter Anhänger der Schriften Heinrich Popitz' zu erkennen und empfiehlt diesen Band mit gesammelten soziologischen Aufsätzen als gut verständlich und daneben profund philosophisch. Dem 2002 gestorbenen Autor sei es stets um mehr als treffende Zeitdiagnosen gegangen, denn er versuchte, das Wesen des Menschen zu ergründen, so der Rezensent eingenommen. Am Beispiel des Aufsatzes "Realitätsverlust in Gruppen", in dem Popitz nachweist, dass es mit der Autonomie des Individuums innerhalb von Gruppen nicht weit her ist, demonstriert der Rezensent die Qualitäten des Freiburger Soziologen. Er preist die verständliche Sprache und den tiefen Blick in die menschliche Natur und freut sich, dass die zum Teil nur schwer auffindbaren Aufsätze nun in diesem Band zusammengetragen worden sind.
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