Trotz arbeitspolitischem Roll Back gibt die Negativfolie "Taylorismus" immer weniger her für die Analyse der neuen Arbeitsprobleme und Entfremdungsformen; der Zugriff auf die Gesamtpersönlichkeit der Beschäftigten wird stärker; innovative Arbeitspolitik kann dazu beitragen, die Zumutungen an den "flexiblen Menschen" zurückzuweisen, die Arbeit zu verbessern und menschenwürdiger zu machen und damit die Grundlage für zusätzliche Innovations- und Demokratiepotenziale zu schaffen. Michael Schumann begründet in diesem Buch, warum wir uns an einem gesellschaftlichen Wendepunkt befinden, der auch zu einer Renaissance kritischer Industriesoziologie führen wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.06.2003
Malcolm H. Dunn ist etwas überrascht, dass ein Industriesoziologe Marxscher Prägung dem Postfordismus - Teamwork, Selbstverantwortung und so weiter - derartig viel Gutes abgewinnen kann: "Die Arbeit werde abwechslungsreicher, weise weniger destruktive Züge auf, erweitere die Chancen, sich auch als Subjekt in ihr wiederzufinden, so dass sich die Arbeiter nicht mehr per se als Rationalisierungsverlierer verstehen." Das alte, tayloristisch-fordistische System dagegen habe zu "Degradierung und Entmachtung" geführt. Schön und gut, meint Dunn, aber was ist der schönen neuen Bereitschaft zur Selbstausbeutung? Und ist die Identifikation mit dem Betriebserfolg wirklich ein Zeichen von weniger "Entfremdung"? Wie wär?s denn mal mit ein wenig Ideologiekritik, legt er dem Autor dessen eigenes Vorbild ans Herz.
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