Information ist ein allgegenwärtiger Begriff im Alltag, in den Wissenschaften und in der Philosophie. Heute wird er immer mehr von den Naturwissenschaften als ureigenster Gegenstand reklamiert: Er wird "naturalisiert". Das Buch zeichnet den Weg nach, wie aus Physik und Mathematik Auffassungen entstehen, die über die Wissenschaftstheorie und die Sprachphilosophie zur Grundlage der Nachrichtentechnik und der Kybernetik werden, um schließlich bei der "Erbinformation" und anderen Naturgegenständen zu landen. So entsteht eine missverstandene Form des Körper-Geist- Problems: Wie kommen technische Objekte, aber auch Moleküle im menschlichen Genom zu Eigenschaften, die ursprünglich der menschlichen Sprache vorbehalten waren? Dieses Buch korrigiert Missverständnisse, weist heute übliche Ausdrucksweisen als (teilweise irrtümliche) Metaphern aus und rekonstruiert das menschliche Handeln und Sprechen als Grundlage von technischen und natürlichen Formen der Informationsverarbeitung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.11.2006
Insgesamt zufrieden ist Andreas Dorschel mit diesem Buch Peter Janichs. Die Titelfrage "Was ist Information?" führt seines Erachtens ein wenig in die Irre, schließlich geht es Janich kaum um Begriffsbestimmungen und eine Definition von Information gibt es auch nicht. Demgegenüber unterstreicht Dorschel, dass Janich die Frage nach der Information im Kontext des Gegensatzes von "Naturalismus" und "Kulturalismus" angeht. Der Behauptung des Naturalismus, die Zeichen, aus denen Information besteht, seien auf Naturgegenstände reduzierbar, halte Janich einen "performativen Widerspruch" vor und plädiere stattdessen für eine "methodisch kulturalistische Theorie der Kommunikation und Information". Manches in dem Buch scheint Dorschel anderswo "schon substanzieller" dargestellt. Dafür lobt er das Buch als gut zu lesen und bisweilen ganz unterhaltsam.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.10.2006
Zurückhaltend äußert sich Bernhard Dotzler über Peter Janichs Einspruch gegen den inflationären Gebrauch des Informationsbegriffs. Ausführlich referiert der Rezensent die Argumentation des Philosophen, die sich gegen die Reklamierung des Begriffs durch die Naturwissenschaften wendet. Diese hätten den Begriff aus ihren Kontext der menschlichen Sprache gelöst, und auf andere Bereiche wie Mathematik, Physik, Nachrichtentechnik, Molekularbiologie, Hirnforschung und Werbesprache übertragen. Dotzler versteht Janichs Ausführungen mithin als Kritik am Reduktionismus einer Denk- und Redekultur, die naturwissenschaftlich-technisch orientiert und dominiert ist. Damit kann man den Rezensenten allerdings nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Immerhin hat das Werk für Dotzler ein Gutes, erinnert es doch an wichtige Texte zur Zeichen- und Informationstheorie von Morris, Shannon, Weaver, Wiener und Turing.
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