Von Ohad Parnes, Ulrike Vedder und Stefan Willer. Von der Generation Golf über die Generation X bis hin zu Frank Schirrmachers Methusalem-Komplott: Die Konjunktur des Generationskonzepts ist unübersehbar. Während jedoch der Begriff in seiner Geschichte über ein reiches Bedeutungsspektrum verfügt, wird davon im gegenwärtigen Streit um Generationengerechtigkeit oder in der soziologischen Definition der Generation als Erlebnisgemeinschaft nur ein geringer Anteil manifest. Diese Monographie unternimmt erstmals eine umfassende Wissenschafts- und Kulturgeschichte des Konzepts in seinen biologischen, politischen, pädagogischen, historiographischen und literarischen Dimensionen. Das Spektrum reicht dabei von der antiken Begriffsbildung bis hin zu aktuellen demographischen und biomedizinischen Debatten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008
Mit einigen Ungereimtheiten lässt Christian Welzbacher die Leser seiner Rezension zurück. Viel verrät er nicht darüber, was die drei Autoren Ohad Parnes, Ulrike Vedder und Stefan Willer in ihrer kulturwissenschaftlichen Studie zum Generationenkonzept zusammentragen. Welzbacher selbst extemporiert recht allgemein zum Thema, um schließlich der Studie recht knapp zu bescheinigen, ungewollt in "totaler Verwirrung" zu enden. Außerdem stört er sich an der Beliebigkeit der Quellen, an der Interpretationswut der Autoren, an einer "Unschärfe der Darstellung" und am nichtssagenden Generationenbegriff. Ein Verriss also? Nein. Welzbacher nennt die Studie "spannend, gleichwohl zäh lesbar."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2008
Für Petra Gehring stellt der aus einer Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftsgeschichte und Literaturwissenschaft hervorgegangene Band eine "Art Landkarte" zum Konzept der Generation dar. Mit wachsendem Interesse folgt Gehring der weit ausgreifenden Arbeit, den Abstechern der Autoren in die Begriffsgeschichte, zu Formen des genealogischen Denkens im Mittelalter, in der Neuzeit, der Nachkriegszeit oder, wie im gesamten letzten Kapitel, der Literatur. Dass ihr dabei keine exakt formulierte These als roter Faden dienen kann und sie in das Material ein-, jedoch nicht wieder daraus aufzutauchen vermag, scheint Gehring ganz entspannt zu sehen und der Heterogenität der Befunde für angemessen zu halten. "Atemberaubend genug" sei schließlich schon der Anspruch einer "transdisziplinären" kulturwissenschaftlichen Bestandsaufnahme. Als Ergebnis der Lektüre nimmt die Rezensentin eine "Art negative Konzeptgeschichte", ein "Panorama der Querverbindungen" mit nach Hause, das ihr viel "Staunenswertes" gezeigt hat, ohne analytische Festlegungen zu exerzieren.
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