Die Buchhändlerin Katharina betreibt auf 1765 Meter in den Alpen eine Buchhandlung. Als sie im November schließt, behält sie einen Fremden ohne Namen und Gedächtnis bei sich, vorübergehend. Die beiden lesen zusammen, er kocht für sie, und Stück für Stück beginnt er sich zu erinnern. Heinrich Steinfest ergründet die Wege, die uns Zufall und Schicksal einschlagen lassen. Und stellt die Frage, was mit uns geschieht, wenn eine böse Tat das Leben in eine andere Richtung lenkt.
Auch die Literatur liebt das Selbstreferenzielle, meint Rezensent Jan Drees, so überrascht ihn nicht, dass Heinrich Steinfest eine Buchhandlung in den Bergen, die nur Literatur zu diesem Thema vorrätig hat, zu einem der Zentren des Romans macht. Diese Buchhandlung, die von Katharina geleitet wird, hat über den Winter geschlossen, dann zieht sich die Inhaberin in die Schneelandschaft zurück. Da begegnet sie dem einem ziemlich großen und ziemlich bewusstlosen Mann, den sie bei sich zuhause aufpäppelt. Die beiden kommen sich näher und erkunden zusammen Literatur und Natur. Der Rezensent erkennt darin sich ergänzende Gegensätze, die ihm sehr zusagen: Einsamkeit als Motiv, konterkariert durch Steinfests dynamischen Stil. Diese "beschwipste Fabulierlust" mit ihrer mitreißenden Sprache und ebenso lebendigen Themen bewegt Drees zu einer Empfehlung.
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