In thematischen Stationen begleitet Klaus Kellmann die verschiedenen Lebensetappen Stalins und gibt gleichzeitig eine allgemeine Analyse der dramatischen Epoche, die unter dem Namen "Stalinismus" in die Geschichte eingegangen ist. Man erlebt Stalin in der vorrevolutionären Zeit vor 1917, in den Stürmen der Revolutions- und Bürgerkriegsjahre, in seinem Verhältnis zu Lenin bzw. im Machtkampf um Lenins Erbe, bei seinem Aufstieg zum Diktator, als 'Vater' des Terrors, als 'Hintergangener' Hitlers, und als zentralen Mitspieler auf der weltpolitischen Bühne im beginnenden Kalten Krieg. Der Leser erhält darüber hinaus 'intime' Einblicke in das Funktionieren des Machtapparates von Partei und Regierung in der Stalinzeit, er erfährt, wie Entscheidungen von weltweiter politischer Tragweite - oft ganz unspektakulär - gefällt wurden und welche tragischen Konsequenzen viele dieser Entscheidungen für den einfachen Sowjetbürger hatten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2006
Nicht ganz zufrieden ist Helmut Altrichter mit diesem Buch über Stalin, das er als eine Art Zwischenresümee, als ansieht. Denn Klaus Kellmann wolle gar keine neue Deutungen der hsitorischen Figur liefern, sondern den bisherigen Stand der Forschung abbilden und bilanzieren. Das findet der Rezensent eigentlich ganz in Ordnung, doch bezweifelt er, dass es wirklich einen gesicherten Stand gibt. Seiner Ansicht nach hätte Kellermann deutlich machen müssen, dass er sich - bei aller Vorsicht - auf unsicherem Terrain bewege. Schließlich findet er einige Ungenauigkeiten und Fehler, die er im folgenden richtigstellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2005
Für diese Stalin-Biografie von Klaus Kellmann hagelt es Kritik, denn Ulrich Teusch findet, dass der Diktator darin eine "eher rätselhafte Figur" bleibt. Schon in der "äußerst knappen" Darstellung der vorrevolutionären Jahre moniert der Rezensent "oberflächlich-banale" Befunde, die ihm für das gesamte Buch typisch erscheinen. Eine "tief schürfende Interpretation" oder gar ein "Psychogramm" Stalins finde man in diesem Buch nicht, beklagt sich Teusch, der auch den Versuch, Stalin historisch zu verankern, eher misslungen findet, weil dadurch über weite Strecken der Eindruck entsteht, man habe es hier mit einer "höchst selektiven Geschichte des 20. Jahrhunderts" zu tun, in der Stalin nur "sporadisch" auftaucht. Wichtige Bereiche wie beispielsweise Stalins Verhältnis zu den zeitgenössischen Künstlern werden vom Autor überhaupt nicht behandelt, während er den Besuch Herbert Wehners in Moskau lang und "einseitig" darstellt, kritisiert Teusch. Das Gewicht, das Kellmann auf die "Verbrechen" des Diktators legt und die "Fassungslosigkeit", die er dabei zeigt, trifft zwar auf Verständnis beim Rezensenten und er findet sogar, dass dies zu den "Stärken" der Biografie zählt. Dadurch entstehe aber der Eindruck, dem Autor sei es vor allem um eine Verurteilung Stalins und weniger um eine Erklärung zu tun, so der Rezensent enttäuscht.
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