Shanghai, Dezember 1938: Der erste Flüchtlingsstrom europäischer Juden erreichte nach den Schrecken der Reichskristallnacht und strapaziösem Exodus die chinesische Metropole, den weltweit einzigen Ort, der vor den Verfolgungen des Naziterrors Schutz und Sicherheit bot. Tausende von Judenflüchtlingen folgten in den Jahren darauf. Japan, damals Verbündeter des Hitlerregimes, lag seit Juli 1937 mit China im Krieg. Kaiserliche Armee und Marine hielten die Ostküste des chinesischen Riesenreiches mit Shanghai als militärischem Zentrum besetzt. Die deutsche Nazi-Führung erwartete vom fernöstlichen Paktpartner gleichermaßen Verfolgung und Liquidierung der Juden - der Einfluss der Gestapo reichte bis nach Tokyo und Shanghai. Doch Japan widersetzte sich. Warum das fernöstliche Kaiserreich in seiner ambivalenten Judenhaltung sich unerwartet mit dem Judenproblem konfrontiert sah, schließlich aber eine eigene Judenpolitik entwickelte und keine Juden verfolgte - darauf gibt dieses Buch Antwort.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2008
Aufschlussreich findet Rezensent Bernd Martin dieses Buch über Antisemitismus in Japan zwischen 1933 und 1945, das Heinz Eberhard Maul vorgelegt hat. Im Zentrum sieht er die Judenpolitik Japans, die Maul zu erhellen sucht. Zu Martins Bedauern gibt der Autor seine Quellen allerdings nicht preis und verzichtet auch sonst auf sämtliche Belege. Nichtsdestoweniger attestiert ihm Martin, eine Reihe neuer,"sicherlich glaubwürdiger" Fakten sowie neue Erklärungen zu präsentieren. Deutlich wird für ihn dabei, dass nicht der Edelmut der Japaner, sondern nur der Ausgang des Krieges die Juden im Gettho von Shanghai rettete.
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