2 Audio-CDs. 140 Minuten, Feature. Sprecher: Hans Werner Richter, Ingeborg Bachmann, Günter Grass u. a. Die Tondokumentation von Heinz Ludwig Arnold gibt die kreative und oft hitzige Stimmung der Tagungen wieder. Aus Mitschnitten der Lesungen der Gruppe 47 und Interviews mit deren Sympathisanten und Kritikern stellt der Autor ein Feature zusammen, das die Geschichte dieser ungewöhnlichen Dichtervereinigung von den Anfängen 1947 bis zur Auflösung 1967 umfasst.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2003
Die Werkstatttagungen der Gruppe 47 um Hans Werner Richter haben Literaturgeschichte geschrieben und sind mit ihrem "Ritual von Lesung und Spontankritik", wie Christiane Zintzen sie charakterisiert, durchaus rundfunktauglich gewesen. Spannend also der Griff ins Phonoarchiv, der dokumentarisch Originaltöne von Literaten und Kritikern jener Zeit präsentiert, die sich diesem Ritual auszusetzen wagten: Grass, Walser, Aichinger, Bachmann, Böll beispielsweise. Unpassend findet Zintzen allerdings die Sprecherstimme (Fred C. Siebeck), die Heinz Ludwig Arnolds erläuternden Text "betont behäbig" vorträgt. Das klingt in ihren Augen professoral, und genau so sollte man Literaturgeschichte nicht vermitteln, meint die Rezensentin, zumal wenn solche Möglichkeiten des dokumentarischen Zugriffs vorhanden sind. Um so mehr ärgert sich Zintzen darum über die Regie, die "ihre Schätze fahrlässig verschenkt". Da werden Autoren einfach ausgeblendet, was für Zintzen von einem respektlosen Umgang mit dem gesprochenen Wort zeugt. Dazu passt ihrer Meinung nach, dass im Beiheft kaum Aufschluss darüber gegeben wird, welcher Autor in Originalaufnahmen berücksichtigt wird.
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