Nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes nach 1990 erschien der "Westen" als Sieger im Systemwettstreit. Doch die "Überlegenheit" des "Westens" hat sich seit der Jahrtausendwende nicht bestätigt, die Welt ist weder übersichtlicher noch friedlicher geworden. Das Buch zeigt begründet und überzeugend, wie der Westen gerade auch mit seinen Werten und seinem Selbstverständnis genügend Potentiale hat, eine überzeugende politische Strategie für die Problemlagen in einer zunehmend auseinander fallenden Welt zu entwickeln. Mit der hier vertretenen neuen Doppelstrategie einer "Selbstbegrenzung nach außen und Selbstbehauptung nach innen" könnte der Westen zu mehr Stabilität finden und sich zugleich besser in eine notwendige multipolare Weltordnung einfügen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.02.2019
Der hier rezensierende Soziologe Werner Bruns bewundert den Politikwissenschaftler Heinz Theisen für seine Fähigkeit, Abstraktes verständlich zu machen. So geschieht es laut Bruns in diesem Buch, in dem Theisen die neue Weltordnung analysiert und dem Westen Ratschläge erteilt, wie er schwindenden Einfluss wettmachen und sich mit einer multipolaren Ordnung arrangieren könnte. Überzeugend und ohne Untergangsprophetien setzt Theisen laut Bruns auf Selbstbegrenzung, den Abschied vom Universalismus des Westens und die Akzeptanz Chinas und Russlands durch die USA und Europa. Ein Buch, das Denkblockaden lösen und den Diskurs anstoßen könnte, ahnt der Rezensent.
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