Mit zahlreichen schwarz-weiß Abbildungen, Fotos und Karten. Mit einem Essay über die Entwicklung bis zur Gegenwart. Ruanda und Burundi sind ein kolonialgeschichtlicher Sonderfall. Sie fielen dem Deutschen Reich im Zuge der Aufteilung Afrikas in europäische Einflussgebiete auf der "Kongo-Konferenz" 1884/85 zu. Anders als in den übrigen Teilen Deutsch-Ostafrikas blieben die Bewohner des Hochplateaus zunächst von der deutschen Kolonialherrschaft unberührt. Erst 1898 wurde ein deutscher Militärposten in Ruanda errichtet. Im Unterschied zu ihren anderen Kolonien setzten die Deutschen hier auf Kooperation und etablierten ein Residentursystem zur Ausübung einer "indirekten Herrschaft". Das Buch beschreibt die Kolonialherrschaft von den Anfängen bis zum Rückzug der Deutschen 1916. Abgerundet wird die Darstellung durch einen Essay, der einen Bogen schlägt über die belgischen Mandatsjahre, die UN-Treuhandverwaltung bis zur Gründung selbständiger Staaten. Diskutiert wird auch, inwieweit der Völkermord 1994 auf die Kolonialpolitik zurückgeführt werden kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.09.2006
Um den Völkermord an den Tutsi in Ruanda und Burundi von 1994 begreifbar zu machen, hilft es, die Studie von Helmut Strizek über die Zeit deutscher Kolonialherrschaft im 19. Jahrhundert zu lesen, meint Gaby Mayr. Darin werde die Vorgeschichte des bis heute andauernden Konflikts zwischen der Tutsi-Minderheit und den Hutu dargelegt und zudem eine eindrückliche Schilderung der früheren Machtverhältnisse in dem afrikanischen Land geboten, wobei das Thema des Buches sinnvoller Weise bis in die Gegenwart ausgeweitet wird. Lediglich die große Faktendichte überfordert manchmal und auch auf stilistischem Gebiet hat der Autor nicht immer ein glückliches Händchen, merkt Mayer an, die aber ansonsten zufrieden wirkt. Zu bemängeln hat sie allerdings, dass der Autor in seinem verständlichen Bemühen, die großen Opfer der Hutu im 19. Jahrhundert darzustellen, die Tendenz aufweise, die Gewalt an den Tutsi von 1994 zu "verharmlosen".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…