Helmut Bley konzipiert die afrikanische Geschichte als Agrar- und Sozialgeschichte. Die Großregionen Afrikas werden in ihrem historischen Kontext und ihrer Dynamik von der vorkolonialen Zeit seit 1800 dargestellt. Um Anschaulichkeit zu gewährleisten, werden in die Schilderung der Regionen Geschichten von einzelnen Personen, Dörfern und Städten sowie Ethien exemplarisch eingebettet. Im systematischen Teil analysiert Bley die Gewaltverhältnisse vor, während und nach der Kolonialherrschaft, außerdem die Grundstrukturen der Ökonomie, insbesondere in der Periode der Weltwirtschaftskrisen 1920-1922, 1929-1938 und 1966. Analysen afrikanischer Autoren werden dabei vorgestellt und mit Gesamtdeutungen zu Afrika in der Weltgeschichte verknüpft.
Interessiert resümiert der hier rezensierende Afrika-Historiker Andreas Eckert zunächst den Inhalt dieses Buches von Helmut Bley. Der 86jährige Historiker sammele hier Einsichten, die er über Afrikas jüngere Geschichte gewinnen konnte, begonnen bei der vorkolonialen Periode seit dem 18. Jahrhundert, erklärt der Rezensent. Seine Schwerpunkte setze Bley entgegen des Trends nicht auf postkoloniale Ansätze, erkennt Eckert. Auch wenn sich Bley vor allem auf Debatten der Siebziger- bis Neunzigerjahre konzentriere, lobt der Rezensent die Komplexität dieses Werks, das in den aktuellen (Kolonialismus-)Debatten vielleicht einen weitsichtigeren Diskurs ermöglichen könnte.
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